"Brauchts des?" hat der Kabarettist Gerhard Polt einmal gefragt. Nach drei Jahren Pause kann man über den oft belächelten und vielfach kritisierten Politischen Aschermittwoch in Niederbayern sagen: Ja, es braucht ihn! Der virtuelle Ersatz während der Corona-Zeit war keine echte Alternative zum Live-Erlebnis, da kann man zu Bierdimpflichkeit stehen wie man mag. Das gemeinsame Erleben von Politik und dem, was die Redner manchmal dafür ausgeben, ist parteipolitischen Zusammenhalt stiftend und in der Summe der verschiedenen Spielorte demokratiefördernd. Vor allem wenn man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legt.
Besonders spürbar war das bei der CSU, wo ein hochmotivierter Markus Söder auf eine extrem jubelbereite Anhängerschaft gestoßen ist. Sollte sich der Parteichef einen nahezu perfekten Auftakt in das Wahljahr gewünscht haben, in Passau hat er ihn bekommen. Jedenfalls haben nicht nur die CSU-affinen Besucher die Halle beseelter verlassen als sie sie betreten hatten, das Gleiche galt auch für Söder. Dass sein Auditorium nach einer Rede Freudengesänge anstimmt und eine Zugabe fordert, hat er noch nicht oft erlebt. Da kann man auch leicht mal abheben, wozu Söder durchaus neigt. Er täte gut daran, trotz Passau auf dem Boden zu bleiben. Sonst sorgt dafür bestimmt die politische Konkurrenz.





















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