14.07.2019 - 16:18 Uhr
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Aiwanger steht zu Wasserkraft-Betreibern

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist ein großer Fürsprecher der dezentralen Energieerzeugung. Darauf setzen auch die Betreiber von Wasserkraftwerken, die sich durch eine geplante Richtlinie gegängelt fühlen.

Wasserkraft-Vertreter Hans-Peter Lang (links) überreichte Minister Aiwanger ein Schreiben über „Artenvielfalt am Wasserkraftwerk“ mitsamt einem Tütchen mit Uferpflanzen-Wildblumensamen.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Mit freundlichem Applaus wurde Aiwanger am Samstagvormittag im Kolpinghaus Regensburg empfangen. Dort trafen sich die Mitglieder des Landesverbands Bayerischer Wasserkraftwerke zu ihrer 70. Generalversammlung. Knapp 630 Mitglieder hat der Verband, in dem sich die Besitzer kleinerer Kraftwerke zusammengetan haben. Viele haben ihr Werk geerbt und führen es bis heute weiter. Andere haben längst aufgegeben, weil ihnen die Bürokratie und gesetzliche Vorgaben zu viel wurden.

Aktuell treibt die Betreiber die Erarbeitung eines neuen Mindestwasserleitfadens um. Dabei geht es um die Menge an Wasser, die ungenutzt an der Turbine vorbeifließen muss. Einem Entwurf zufolge soll die Menge verdoppelt werden – was deutlich weniger Einnahmen für die Kraftwerksbetreiber bedeuten würde. Für viele Betreiber stelle sich die Frage, ob sie ihr Werk dann überhaupt noch weiterführen können, heißt es vom Landesverband. Fischereiverband und Umweltverbände hatten die neue Richtlinie gefordert.

Hans-Peter Lang, Vorstandsvorsitzender des Landesverbands Bayerischer Wasserkraftwerke, erklärte in Regensburg, dass ökologische Belange natürlich berücksichtigt werden müssen. Das täte jedoch bereits die bestehende Regelung. „Wir sehen keinen Grund, hier zu verschärfen“, stellte er klar. Es sei bis heute nicht nachgewiesen, dass sich der Fischbestand durch die Wasserkraft verschlechtert hätte. Lang betonte, dass die konkreten Klimaschutzziele, die sich die Bundesregierung bis 2030 gesetzt hat, nur im Zusammenspiel aller erneuerbarer Energien zu erreichen sei. Dazu gehöre, wenn auch zu einem kleinen Teil, eben auch die Wasserkraft. Als Vorteile der Wasserkraft zählte er die dezentrale Erzeugung, geringe Netzverluste und eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung auf.

Aiwanger betonte in seiner Rede die Bedeutung der Wasserkraftwerke. Immerhin könnten die bayerischen Wasserkraftwerke zusammen genug Strom für alle Haushalte in der Oberpfalz produzieren. „Wir brauchen jedes Wasserkraftwerk, wir wollen keines schließen und sollten eher noch zubauen“, sagte der Minister unter großem Beifall. Die Wasserkraft sei keinesfalls der Feind der Fische, wie es von einigen Umweltverbänden und Fischereivertretern dargestellt werde. Stattdessen erfüllten die Betreiber nebenbei wichtige Aufgaben wie die Reinigung von Müll in den Gewässern. Auch zum Hochwassermanagement könnten die Betreiber beitragen. „Die Wasserkraftwerke bringen für die Ökologie mehr Nutzen als Schaden“, sagte Aiwanger. „Sie produzieren klimakorrekt Strom.“

Zur geplanten Richtlinie sagte der Minister, der Mindestwasserleitfaden müsse praxistauglich ausgeübt werden. Er sicherte den Betreibern seine volle Unterstützung zu. „Ich stehe aus Überzeugung an Ihrer Seite und werde massiv für Sie herausholen, was ich kann“, versprach er. Entsprechend gut kamen seine Worte bei den Mitgliedern an. Landesverbands-Chef Lang überreichte Aiwanger zum Abschied noch ein vielsagendes Geschenk: Ein dreiseitiges Schreiben über „Artenvielfalt am Wasserkraftwerk“ mitsamt einem Tütchen mit Uferpflanzen-Wildblumensamen. Die Botschaft: Ökologie und Wasserkraft passen eben doch zusammen.

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