24.06.2020 - 16:59 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Bezirk polstert Rücklage auf

Erstmals nach Ausbruch der Corona-Pandemie ist der Oberpfälzer Bezirksausschuss wieder zusammengekommen. Auf dem Programm standen erfreuliche Zahlen und Nachwuchssorgen.

In ausreichendem Corona-Abstand saßen die Oberpfälzer Bezirksräte beisammen.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

„Fenster auf wegen der Aerosole“ lautete die Bitte von Bezirkstagspräsident Franz Löffler (CSU) bei der ersten Sitzung des Bezirksausschusses seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Zusammenkunft war eigens in den großen Alten Festsaal verlegt worden, damit die Oberpfälzer Bezirksräte ausreichend Abstand zueinander halten konnten.

Inhaltlich begann die Sitzung mit erfreulichen Zahlen. Bezirkskämmerer Karl Hirsch erklärte, dass im Haushalt 2019 knapp elf Millionen Euro mehr als geplant in die Rücklage des Bezirks überführt werden konnten. Das Geld stammt vor allem aus Mehreinnahmen aus dem Bereich der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Hier war der Bezirk einst für Aufgaben in Vorleistung gegangen, die nun rückerstattet werden.

Bezirkstagspräsident Löffler sagte, gerade in diesen Zeiten sei eine Rücklagenzuführung wertvoll, denn: „Wir wissen nicht, wie sich die Pandemie weiterentwickelt.“ Klar sei, dass sich die Corona-Krise auch steuerlich auswirken werde. In diesem Zusammenhang sagte Löffler, er sei froh darüber, dass der Bund in diesem Jahr die Ausfälle bei der Gewerbesteuer für die Kommunen erstattet. Der Bezirk sei auf die Kommunen als Umlagezahler angewiesen.

Diskutiert wurde im Bezirksausschuss eine neue Förderung des Geoparks Bayern-Böhmen. Seit 2018 fördert der Bezirk bereits die sieben Naturparke, die (teilweise) in der Oberpfalz liegen. Nach dem Vorbild Oberfrankens beschloss man, dem Bezirkstag zu empfehlen, diese Zuwendung auch auf den Geopark auszuweiten.

Zunehmend schwieriger ist es für die Sozialverwaltung des Bezirks geworden, eigene Nachwuchskräfte zu gewinnen und zu halten. Löffler begründete das mit lukrativen Jobangeboten in der Wirtschaft. In den wirtschaftlich florierenden Zeiten der vergangenen Jahre sei die Arbeit im öffentlichen Dienst weniger gefragt gewesen. Zudem seien die Kräfte bislang generalistisch ausgebildet worden und hätten nach der Ausbildung häufig in andere Verwaltungen etwa näher an ihrem Wohnort gewechselt. „Das hat uns teils gebeutelt“, erklärte Löffler.

Der Bezirk reagiert nun mit dem Angebot einer speziell auf die Sozialverwaltung zugeschnittenen Ausbildung. Zusammen mit der Hochschule für angewandtes Management Ismaning bietet der Bezirk den praxisorientierten Studiengang „Public Social Management“ an. Auch die Bezirke Oberbayern, Mittelfranken und Schwaben beteiligen sich daran. Die Hoffnung ist es, eine größere Bindungswirkung bei den Fachkräften zu erzielen. Beim Bezirk Oberpfalz starten noch in diesem Herbst drei Studenten in die Ausbildung. Das Interesse stimmt den Bezirk positiv: 42 Bewerbungen waren für die drei Plätze eingegangen.

Bezirkshaushalt 2019

Regensburg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.