11.12.2019 - 17:22 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Bistum Regensburg muss künftig sparen

Noch ist das Bistum Regensburg finanziell gut aufgestellt. Doch in den nächsten Jahren wird weniger Geld zur Verfügung stehen, weshalb sich das Bistum bereits nach Einsparmöglichkeiten umsieht.

Generalvikar Michael Fuchs kündigte einen Sparprozess im Bistum Regensburg an.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil
Finanzdirektor Alois Sattler legte die Zahlen des Bistums Regensburg offen.

„Das finanzielle Korsett wird enger“, sagte Generalvikar Michael Fuchs am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zur Finanzlage des Bistums. Hintergrund seien sinkende Kirchensteuereinnahmen und geringere Zinserträge durch die Nullzinspolitik bei gleichzeitigen Kostensteigerungen. „Die haushalterische Situation trübt sich ein, die steigenden Kosten vor allem im Bausektor und im Personalbereich zwingen uns zu noch stärkerer Disziplin und einem umfassenden Nachdenken über die künftig zu leistenden Ausgaben.“

In den nächsten Jahren wolle das Bistum Schwerpunkte identifizieren und gleichzeitig erwägen, „was wir mit Bedacht loslassen können“. Wo genau Einsparungen geplant sind, sei noch nicht klar, sagte Fuchs auf Nachfrage. Zum einen werde man versuchen, nach dem Gießkannenprinzip an vielen Stellen weniger auszugeben. Zum anderen müsse man sehen, wo strukturelle Änderungen vorgenommen werden können. „Nur so sind wir zukunftsfähig.“

Bislang kann das Bistum auf solide Zahlen blicken: Im vergangenen Jahr standen Erträge von 378,2 Millionen Euro Aufwendungen in Höhe von 371 Millionen Euro gegenüber, womit sich ein Überschuss von 7,2 Millionen ergab. Im Jahr zuvor lag das Plus mit 84 Millionen Euro allerdings noch deutlich höher. Der Löwenanteil der Erträge kam mit 315 Millionen Euro aus der Kirchensteuer, wie Alois Sattler, Finanzdirektor der Diözese, erklärte. Daneben nahm das Bistum unter anderem Finanzerträge in Höhe von 22 Millionen Euro und staatliche Zuschüsse von 21 Millionen Euro ein. Die zwei größten Posten bei den Ausgaben waren Personalkosten für rund 1500 Mitarbeiter und Haushaltszuschüsse an Pfarrgemeinden. Hier wurden 2018 jeweils 102 Millionen Euro ausgegeben.

Das Eigenkapital der Diözese Regensburg bezifferte Sattler auf knapp 907 Millionen Euro. Davon seien rund 750 Millionen Euro eindeutig zweckgebunden etwa für künftige Investitionen. An freiem Vermögen stünden etwa 155 Millionen Euro zur Verfügung. Auch Sattler verwies darauf, dass die Kirchensteuereinnahmen als wichtigste Einnahmequelle künftig weniger sprudeln werden. Der demografische Wandel und Kirchenaustritte führten dazu, dass es weniger Katholiken gibt. Außerdem werde sich auch die an Dynamik verlierende Weltwirtschaft negativ auf die Kirchensteuer auswirken, sagte Sattler.

„Wir geraten nicht in Panik, aber wir werden weniger“, erklärte der Finanzdirektor. „Das verändert die Kirche und auch die Gesellschaft.“ Es zeichne sich ab, dass die Finanzierung des kirchlichen Lebens, wie es heute gestaltet ist, an seine Grenzen kommen wird. Die Diözese habe deshalb einen Prozess zur Überprüfung ihrer eigenen Struktur initiiert. Zentral bleibe dabei: „Jeder Euro der Kirche hat den Menschen zu dienen.“ Der komplette Finanzbericht des Bistums mit seinen 20 verschiedenen Haushalten ist unter www.zahlengesichter.de abrufbar.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.