07.11.2019 - 15:27 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Der Charme der Elektromobilität

Noch zögern viele Deutsche beim Kauf von Elektroautos. Doch den strombetriebenen Fahrzeugen gehört die Zukunft – so lautete zumindest der Tenor bei der IHK-Veranstaltung „E-Mobilität im Unternehmen“ am Dienstag in Regensburg.

Emma Costa Argemi stellte den IHK-Leitfaden „Elektromobilität in Unternehmen“ vor.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Sieben von knapp 50 Teilnehmern waren zu der Veranstaltung mit einem Elektroauto angereist. Eine überdurchschnittliche Quote, stellte IHK-Vizepräsident Rolf Pfeiffer fest. Bei den Autoneuzulassungen seien immer noch nur zwei Prozent E-Fahrzeuge. Dennoch steht für Pfeiffer fest: „An der Elektromobilität führt derzeit kein Weg vorbei.“ Die Mobilität sei im Wandel weg vom großen Auto als Statussymbol hin zu Carsharing, dem autonomen und vernetzten Fahren und eben dem Elektroantrieb. „Durch die rasante Entwicklung des Internets mit dem darüber verfügbaren Mix an vielfältigen, flexiblen und günstigen Mobilitätsmöglichkeiten sind vor allem junge Menschen auch ohne eigenes Auto mobil.“

Insbesondere für Unternehmen berge die Elektromobilität Potenzial: zum einen als Wachstumsmarkt, falls die Betriebe selbst Produkte und Dienstleistungen in diesem Bereich anbieten, zum anderen als Mobilitätsform für den eigenen Fuhrpark. Pfeiffer verwies auf die wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands und insbesondere Ostbayerns von der Autoindustrie. „Wir werden alle einen hohen Preis zahlen, wenn wir unsere Führungsposition verlieren.“ Es gelte daher, jetzt die richtigen Weichen zu stellen. Als größtes Hindernis machte Pfeiffer die bislang noch unzureichende flächendeckende Ladeinfrastruktur aus. Unter anderem müsse das Bezahlsystem an den Ladesäulen verbessert werden.

Aus eigener Erfahrung sprach Emma Costa Argemi von der Bayern Innovativ GmbH. Vor einem Jahr stellte die „Thinktank“-Einrichtung des Freistaats Bayern ihre Firmenflotte selbst auf E-Autos um. „Dabei haben wir viel gelernt“, sagte Argemi. Und diese Erfahrungen gebe man gerne weiter. Als die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim anfragte, ob die Bayern Innovativ Gmbh einen Leitfaden für Elektromobilität in Unternehmen für Ostbayern erstellen könnte, habe man sofort zugesagt.

Eine zentrale Empfehlung des Leitfadens: Wer seine Firmenflotte umstellen will, sollte nicht einfach nur eine Antriebsart mit einer anderen ersetzten. Vielmehr sollten sich die Firmen überlegen, ob neben Verbrennern und E-Fahrzeugen auch andere Verkehrsmittel genutzt werden könnten, um umweltfreundlicher und trotzdem wirtschaftlich zu sein. Der öffentliche Nahverkehr oder E-Bikes könnten Alternativen sein.

Zunächst müssten die Firmen ihren Bedarf analysieren: Mit Fahrtenbüchern und entsprechenden Apps, in größeren Firmen eventuell mit einem professionellen Mobilitätsberater, werde ermittelt, wie viele Fahrzeuge nötig sind. Faktoren wie Reichweite, Schnellladefähigkeit und Kosten bestimmen, welches E-Fahrzeug für eine Firma am geeignetsten ist. Trotz der höheren Anschaffungskosten liege der Kostenvorteil nach acht Jahren beim E-Auto im Vergleich zum Verbrenner, sagte Argemi. Der Betrieb und die Wartung seien günstiger, dazu kämen Prämien, Steuervergünstigungen und niedrige Versicherungskosten.

Wichtig sei es, die eigene Ladeinfrastruktur richtig zu gestalten. Auf einem Mitarbeiterparkplatz böten sich bei langen Arbeitszeiten mehrere Ladepunkte mit niedriger Leistung an. Auf einem Betriebshof mit Lieferfahrzeugen wiederum lohne sich eine Mischung aus schnellen und langsamen Ladepunkten. Als Werbung für das eigene Unternehmen könnten Kundenparkplätze mit Ladesäulen dienen. „E-Mobilität steht für Nachhaltigkeit, Exklusivität und Innovation“, sagte Argemi. „Das kann man ruhig stolz nach außen tragen.“

Der Leitfaden ist unter dem Suchbegriff „Elektromobilität in Unternehmen“ auf www.ihk-regensburg.de abrufbar.

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