24.11.2020 - 15:57 Uhr
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Handwerk beklagt Mobilfunk-Löcher in der Oberpfalz

Handwerker arbeiten auf Baustellen oder beim Kunden. Dort werden schneller und zuverlässiger Austausch von großen Datenmengen immer wichtiger. Funklöcher behindern dies - und sie werden bisher nicht weniger.

Ein Mann lässt auf einem Feldweg sein Smartphone nach Netzbetreibern suchen (gestellte Szene).
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz befürchtet, dass trotz des beschleunigten Netzausbaus beim Mobilfunk in der Oberpfalz und in Niederbayern Versorgungslücken bleiben werden. Beim 4G-Mobilfunk seien beide Regierungsbezirke schon jetzt schlechter versorgt als der Bundesdurchschnitt, teilte sie am Dienstag mit. Die Kammer beruft sich auf die von ihr in Auftrag gegebene Studie "Die Mobilfunkversorgung in Niederbayern und der Oberpfalz" der SBR-net Consulting AG. Diese war Ende Oktober fertiggestellt worden und wurde nun veröffentlicht. Kammerpräsident Georg Haber berichtet von Klagen der Handwerker über unzureichende Mobilfunkversorgung. Der Flickenteppich führe zu Verbindungsabbrüchen und schränke das mobile Arbeiten immens ein.

Im dritten "Bericht zur Entwicklung ländlicher Räume" vom 27. Oktober betont die Bundesregierung erneut, dass sie eine bundesweit flächendeckende Mobilfunkversorgung erreichen und Deutschland als "Leitmarkt für den Mobilfunkstandard 5G" etablieren will. Angesichts bestehender Lücken fürchtet Haber, dass es auch bei der 5G-Versorgung Lücken in Ostbayern geben wird. Er verweist darauf, dass "die Betriebe ... entscheidend von der leistungsfähigen Anbindung an die Telekommunikationsinfrastruktur abhängig" sind. Dazu brauche es schon jetzt eine durchgängige LTE-Verfügbarkeit.

Ziel der Mobilfunkstrategie des Bundes ist es, mindestens 97,5 Prozent der Fläche Deutschlands und von 99,95 Prozent der Haushalte zu erreichen. Das bedeutet, dass es weiter "weiße Flecken" geben wird - und diese werden in dünn besiedelten Räumen und nicht in Ballungsgebieten zu finden sein. Schon heute zeige sich, dass Mobilfunkbetreiber nicht nur "in ,weißen Flecken' neue Standorte suchen, sondern auch in Gebieten, die durch Konkurrenten versorgt werden oder wo eine Kapazitätserweiterung und Zellverdichtung erforderlich scheint", heißt es in der Studie.

Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger lobt das bayerische Mobilfunk-Förderprogramm, fordert aber, dass auch dort gefördert wird, wo die Mobilfunktelefonie im ländlichen Raum nicht leistungsfähig genug ist. Zudem will die Kammer in unterversorgten Gebieten verpflichtendes regionales Roaming.

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