08.04.2020 - 18:27 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Illegale Autorennen: Polizei verzeichnet Zunahme

Immer häufiger treffen sich meist junge Burschen, um sich mit ihren Autos illegale Duelle zu liefern. Eine Anfrage der SPD im Landtag zeigt: Auch in der Oberpfalz gibt es mehr dieser gefährlichen Raser.

Ein spektakulärer Unfall in Regensburg im Jahr 2019. Auch hier soll es zuvor ein illegales Rennen gegeben haben.
von Jürgen UmlauftProfil

Die Zahl der illegalen Autorennen auf Bayerns Straßen hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. 2018 registrierte die Polizei 191 der oft spontan verabredeten Jagden, 2019 waren es 294. Zusammengerechnet kamen in beiden Jahren bei den Rennen 3 Personen ums Leben, 63 wurden verletzt.

Ob auch Unbeteiligte zu Schaden kamen, geht aus der Auflistung des Innenministeriums auf Anfrage des SPD-Abgeordneten Markus Rinderspacher nicht hervor. Die Polizei nahm im genannten Zeitraum die Personalien von 747 mutmaßlich an den Rennen beteiligten Personen auf, es gab 13 vorläufige Festnahmen. Allein 2018 - die Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor - wurden 40 Personen wegen illegaler Autorennen zu Freiheits- oder Geldstrafen verurteilt. Neun Verfahren wurden eingestellt, in drei Fällen gab es einen Freispruch.

Auch in der Oberpfalz registrierte die Polizei 2019 mehr illegale Autorennen. Ihre Zahl stieg von 16 auf 19. 2018 wurden bei vier Unfällen infolge der Rennen neun Personen verletzt, zwei davon in der Stadt Amberg, eine im Landkreis Amberg-Sulzbach. 2019 gab es in der Oberpfalz vier Verletzte, zwei davon im Landkreis Neustadt/WN. Die Zahl der in der Oberpfalz ermittelten Teilnehmer betrug 2018 26 und 2019 25. Schwerpunkt war neben der Stadt Regensburg vor allem die Stadt Amberg mit acht Fällen. Überdurchschnittlich betroffen waren zudem die Landkreise Cham, Schwandorf und Amberg-Sulzbach.

Nach den Erkenntnissen des Innenministeriums sind die Teilnehmer illegaler Rennen fast ausschließlich junge Männer mit leistungsstarken Fahrzeugen unterschiedlicher Marken. Inwieweit sie der Tuning-Szene angehören und ihre Fahrzeuge illegal "frisieren", geht aus der Antwort nicht hervor. Im Regelfall trafen sich die Fahrer spontan oder nach kurzfristiger Absprache über Internet-Chats.

Tiefer organisierte Strukturen liegen laut Ministerium nicht vor. Trotz der steigenden Fallzahlen sieht das Innenministerium gegenwärtig keinen Anlass für eine Verschärfung der Strafen für illegale Autorennen. Die 2017 diesbezüglich ins Strafgesetzbuch aufgenommene Ergänzung biete eine effektive Grundlage zur Verfolgung und Ahndung der verbotenen Rennen, heißt es in der Antwort auf die Anfrage.

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