04.01.2021 - 18:04 Uhr
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Kommentar: Lage der Flüchtlinge nicht ausblenden

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Wegen der Coronakrise ist das Thema "Flüchtlinge" weitgehend vom Radar verschwunden. Die Lage der Asylbewerber in Europa, aber auch in der Oberpfalz zeigt jedoch, dass sich das wieder ändern muss. Ein Kommentar von Hanna Gibbs.

Der Brand des Flüchtlingslagers in Moria hatte das Thema Migration kurzzeitig wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Der starke Anstieg der Flüchtlingszahlen in Deutschland war 2015 und 2016 das bestimmende Thema. In den Folgejahren ging die Zahl der Asylanträge wieder deutlich zurück. Es rückte die Frage in den Vordergrund, wie die anerkannten Asylbewerber integriert werden können. Im Corona-Jahr 2020 verschwand das Thema dann weitgehend vom Radar.

Die Betroffenen selbst stehen weiter vor existenziellen Fragen und Problemen. Knapp 6000 Flüchtlinge leben in der Oberpfalz in staatlichen Unterkünften. Das Warten auf die Entscheidung über ihre Asylanträge ist für sie oftmals zermürbend. Wer anerkannt wird, steht vor weiteren Hürden. Die Arbeitssuche ist in Corona-Zeiten schwieriger geworden. Und viele Flüchtlinge haben Probleme, eine Wohnung zu finden. Das spiegelt sich in der hohen Zahl der sogenannten Fehlbeleger wider: 1000 Asylbewerber leben immer noch in den staatlichen Unterkünften, obwohl sie längst anerkannt sind.

Derweil spitzt sich die Situation in den Flüchtlingslagern an den EU-Außengrenzen zu. Nachdem vor kurzem das bosnische Flüchtlingscamp Lipa abgebrannt war, mussten Migranten die Nächte bei Eiseskälte unter freiem Himmel verbringen. Unbürokratisch und schnell leistete der Regensburger Verein Space-Eye – wie schon zuvor in Flüchtlingscamps auf den griechischen Inseln – Notfallhilfe. An Silvester schickte die Organisation einen Transporter mit Hilfsgütern in das bosnische Lager. Space-Eye-Gründer Michael Buschheuer beschreibt die dortigen Zustände als „unbegreiflich“. So etwas dürfe in Europa nicht geschehen. Das Thema muss dringend wieder mitten auf den Radar.

Weniger Geflüchtete in der Oberpfalz

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