31.03.2020 - 18:46 Uhr
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Maltz-Schwarzfischer neue OB: Regensburg wählt Kontinuität

Das neue Stadtoberhaupt in Regensburg heißt Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD). Die bisherige zweite Bürgermeisterin landete denkbar knapp vor CSU-Bewerberin Astrid Freudenstein.

Die strahlende Wahlsiegerin: Gertrud Maltz-Schwarzfischer.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil
Groß war der Medienandrang beim ersten Statement von Wahlsiegerin Gertrud Maltz-Schwarzfischer nach der Bekanntgabe des Stichwahl-Ergebnisses.

Gertrud Maltz-Schwarzfischer ist Regensburgs neue Oberbürgermeisterin. Die 59-jährige SPD-Politikerin setzte sich in der Stichwahl gegen ihre CSU-Konkurrentin, die Bundestagsabgeordnete Astrid Freudenstein, mit 50,7 Prozent der Stimmen durch. Als letzte Kommune in Bayern hatte die Stadt Regensburg am Dienstag die Stimmen ausgezählt.

Eine Wahlparty sieht anders aus: Im schlichten Foyer des Regensburger Bürgerzentrum gab Gertrud Maltz-Schwarzfischer am Dienstagnachmittag ihr erstes Statement nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses ab – im nötigen Corona-Abstand zu den Journalisten. An ihrer Seite war Wahlleiter Walter Boeckh, der in den vergangenen Tagen viel Kritik dafür einstecken musste, dass besonders strikte, coronabedingte Auszähl-Vorgaben das Regensburger Stichwahl-Ergebnis verzögert hatten.

„Regensburg hat es spannend gemacht“, waren dann auch die ersten Worte der neu gewählten Oberbürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer. Auch für sie habe das Warten einen großen „Nervenkitzel“ bedeutet. „Ich freue mich jetzt unglaublich über dieses Ergebnis, auch wenn es knapp ist“, sagte sie. Mit Blick auf die Corona-Krise und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen stehe eine nicht leichte Zeit an, sagte die SPD-Politikerin. Sie wolle „ihr Bestes geben, dass Regensburg stabil in die Zukunft kommt“, sagte die studierte Archäologin.

Die Regensburger Bürger stimmten mit der Wahl für Kontinuität. Denn die bisherige zweite Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer leitet die Amtsgeschäfte stellvertretend bereits seit Anfang 2017 – damals war OB Joachim Wolbergs wegen Korruptionsvorwürfen suspendiert worden. Im ersten Wahlgang hatte noch die 46-jährige CSU-Politikerin Astrid Freudenstein vorne gelegen. Sie hatte mit 29,5 Prozent die meisten Stimmen erhalten, vor Maltz-Schwarzfischer mit 22,2 Prozent.

Doch die SPD-Politikerin erhielt ordentlich Schützenhilfe. In den Tagen nach dem ersten Wahlgang gaben gleich drei Parteien eine Wahlempfehlung für Maltz-Schwarzfischer ab: die Grünen, die ÖPD und auch die von Wolbergs gegründete Wahlvereinigung „Brücke“. Dass der Abstand zu Freudenstein am Ende doch sehr klein war – weniger als 1000 Stimmen trennten die Bewerberinnen – lag aus Maltz-Schwarzfischers Sicht auch an der Corona-Krise. Freudenstein habe massive Unterstützung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) persönlich erhalten – der sich aktuell als Krisenmanager profiliert.

Knifflig wird für Maltz-Schwarzfischer die Aufgabe, eine stabile Regierungskoalition im Stadtrat auf die Beine zu stellen. Ihre eigene SPD-Fraktion schrumpfte von 14 auf nur noch sechs Sitze. Sie ist daher auf eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien angewiesen. Gespräche dazu werde sie in nächster Zeit führen, kündigte die Politikerin an.

Astrid Freudenstein war trotz Einladung nicht zum Pressetermin im Bürgerzentrum erschienen. Sie gratulierte Maltz-Schwarzfischer später in einem Presse-Statement zum Wahlsieg. „Wir werden uns als CSU weiterhin positiv einbringen, wenn es um die Zukunft unserer Stadt geht“, erklärte Freudenstein. Ein heftiger Seitenhieb kam vom Regensburger CSU-Vorsitzenden Michael Lehner. „Leider hinterlassen das intransparente Verfahren der Stimmenauszählung über mehrere Tage und ohne externe Wahlhelfer sowie eine Vielzahl von Pannen bei der Zustellung der Briefwahlunterlagen einen faden Beigeschmack“, teilte er mit.

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