10.08.2020 - 17:49 Uhr
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Mordprozess: Kollege wegen Verlängerungskabel fast getötet

Nachdem er drei Jahre untergetaucht war, muss sich ein 46 Jahre alter Kraftfahrer nun wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Wegen eines Stromkabels habe er einen Kollegen angegriffen und ihm gegen den Kopf getreten.

Wegen versuchtem Mord mit gefährlicher Körperverletzung, muss sich ein 46 Jahre alter Kraftfahrer nun vor Gericht verantworten.
von Autor AHSProfil

Drei Jahre war ein 46 Jahre alter Kraftfahrer aus Moldau untergetaucht, dann klickten im Dezember vergangenen Jahres in Rumänien die Handschellen. Seit Montag muss er sich vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg unter Vorsitz von Richter Michael Hammer verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihm versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zur Last.

Dem Anklagesatz zufolge waren der Angeklagte und ein damals 48 Jahre alter Rumäne Angestellte einer Eggmühler Spedition.

Der Geschädigte hatte sich in der Tatnacht im November 2016 ein Verlängerungskabel besorgt, um seinen in der Halle stehenden Wohnwagen beheizen zu können. Als er gegen 1 Uhr auf dem Bett saß und sich mit seinem Handy beschäftigte, tauchte der Angeklagte auf, öffnete die Eingangstüre zum Wohnwagen und schlug unvermittelt mit einem stumpfen Werkzeug auf den Kopf des Geschädigten ein. Der Geschädigte erlitt eine Impressionsfraktur in der vorderen Schädelpartie, welche heftig blutete. Der Geschädigte konnte dennoch den Wohnwagen verlassen und wollte zu einem Waschbecken gehen, sowie seine Kollegen bitten, den Notarzt zu verständigen.

Der Angeklagte holte ihn ein, stieß ihn zu Boden und trat mehrfach gegen den Kopf und Oberkörper des Opfers, das blutüberströmt am Boden lag. Dabei beschimpfte er das Opfer aufs äußerste. Erst als Kollegen dazwischen gingen, ließ er vom Geschädigten ab. Während sich diese um den Schwerverletzten kümmerten, versuchte der Angeklagte die Blutspuren am Hallenboden mit einem Hochdruckreiniger zu beseitigen. Dem eingetroffenen Notarzt wurde etwas von einem Arbeitsunfall, bei dem der Geschädigte gestürzt sein soll, erzählt. Deshalb verzichtete dieser darauf, die Polizei hinzuziehen.

Später wurden im Krankenhaus neben einem offenen Schädel-Hirn-Trauma mehrere Gesichtsfrakturen, eine Pendikelfraktur rechts des zweiten Halswirbelkörpers, sowie eine Nasenbein- und eine Rippenfraktur diagnostiziert, welche intensivmedizinisch versorgt werden mussten. Bei Aufnahme im Krankenhaus hatte er eine Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille.

Am Folgetag meldete sich ein Mitarbeiter der Spedition bei der Polizeiinspektion Neutraubling, wie ein Polizeibeamter als Zeuge berichtete. Er habe sich für sein Ausbleiben zu einer Vernehmung in einer anderen Sache entschuldigt. Dabei erwähnte er das Tatgeschehen und dass er Fotos davon gemacht habe. Auch erzählte er, dass die Attacke als Sturz und Arbeitsunfall dargestellt werden sollte. Man sei so verblieben, dass er Details bei seiner späteren Vernehmung berichten soll. Dies war drei Tage später. Als die Polizei den Angeklagten hierzu befragen wollte, war dieser bereits abgetaucht.

Der Angeklagte selbst schweigt auf Anraten seiner Verteidiger Maximilian Keser und Vaeym Gofshtand (Berlin) zu den Vorwürfen. Der Geschädigte war zu seiner Vernehmung als Zeuge nicht erschienen und wird nunmehr von der Polizei gesucht. Der Prozess dauert an.

Hier lesen Sie den Vorbericht zum Prozess gegen den Kraftfahrer

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