09.12.2019 - 19:02 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Museumsbesucher in Regensburg: Jung und aus der Region

Bilanz gut ein halbes Jahr nach der Eröffnung: Die meisten Besucher des Museums der bayerischen Geschichte kommen aus dem Freistaat, gut zehn Prozent sind Touristen. Der Anteil junger Besucher in Regensburg ist groß.

Das Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte in Regensburg.
von Jürgen UmlauftProfil

Seit seiner Eröffnung Anfang Juni sind in das neue Museum der bayerischen Geschichte in Regensburg bereits mehr als 350 000 Besucher gekommen. 230 000 davon besichtigten die Dauerausstellung, 65 000 die noch bis März laufende Landesausstellung "100 Schätze aus 1000 Jahren". Die restlichen Besucher trieb das Interesse an dem Neubau in das Gebäude, berichtete der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Richard Loibl, im Münchener Presseclub.

Das Bauwerk wurde wegen seiner besonderen Architektur jüngst mit dem Gold-Preis des Internationalen Verbandes für Immobilienberufe FIABCI ausgezeichnet und vertritt Deutschland damit beim internationalen Wettbewerb auf den Philippinen. Loibl nannte die Startphase des neuen Museums eine "Erfolgsbilanz". Bei Befragungen hätten das Museum bislang gut 80 Prozent der Besucher mit "gut" oder "sehr gut" bewertet. Nur neun Prozent der Befragten hätten schlechte Bewertungen abgegeben, wovon sich der Großteil an der modernen Architektur gestört habe. Inhaltlich habe sich die Kritik vorwiegend an der Auswahl der Exponate entzündet. Ein Museum könne aber nicht alle Ereignisse aus den vergangenen zwei Jahrhunderten abbilden. "Wer ganz Bayern sehen will, muss durch ganz Bayern reisen", sagte Loibl.

Mehr Touristen locken

Nach den Zählungen des Museums stammten rund 90 Prozent der Besucher aus Bayern - mit Schwerpunkt auf dem Raum Regensburg und der Oberpfalz - 10 Prozent waren Touristen von außerhalb Bayerns. Diesen Anteil möchte Loibl in Zukunft jedoch erhöhen. Als bemerkenswert bezeichnete er es, dass fast die Hälfte der Besucher jünger als 40 Jahre waren. "Das Gesamtkonzept des Hauses spricht junge Menschen offenbar an", erklärte Loibl. Neuen Schwung erhofft sich der Museumsleiter von der Eröffnung der multimedialen Bavariathek im Mai 2020. Deren Fertigstellung hat sich wegen des verheerenden Brandes während der Bauphase um ein Jahr verzögert. Mit Blick auf den Raubzug im Grünen Gewölbe in Dresden betonte Loibl, das Museum der bayerischen Geschichte verfüge derzeit über das modernste Sicherheitskonzept aller Museen im Freistaat.

1920-er Jahre im Blick

Nach den Sommerferien 2020 startet im Museum eine Sonderausstellung über die 1920-er Jahre im Freistaat. Zahlreiche Exponate aus ganz Bayern sollen den Wandel und den Aufbruch dieser dem Ersten Weltkrieg folgenden Epoche mit ihren politischen Wirren, technischen Neuheiten und gesellschaftlichen Veränderungen dokumentieren. Ausstellungsleiter Wolfgang Jahn sieht dabei überraschende Parallelen zur heutigen Zeit. Die Ausstellung wird durch ein zeitgenössisches kulturelles Begleitprogramm ergänzt. Die Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte findet 2020 ab Ende April in Aichach und Friedberg statt und widmet sich der Stadtentwicklung in Altbayern unter dem Herrschergeschlecht der Wittelsbacher.

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