08.07.2021 - 14:59 Uhr
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Neue Kategorie beim Bezirks-Kulturpreis: Eva Karl Faltermeier beste Podcasterin

Der Bezirkstag der Oberpfalz geht mit der Zeit. Erstmals verleiht er seinen Kulturpreis in der Kategorie Podcast. Gewinnerin ist Kabarettistin Eva Karl Faltermeier, die in ihrem Podcast „EsLafft“ die regionale kulturelle Szene beleuchtet.

Die Kabarettistin und Autorin Eva Karl Faltermeier beleuchtet in ihrem Podcast „EsLafft“ die Subkultur der Region – und bekommt dafür nun den Kulturpreis des Bezirks.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Für die Bezirksräte ist es eine schöne Sitzung: Am Mittwochabend entschieden sie im Kulturausschuss über die Vergabe der diesjährigen Kulturpreise. Zuvor hatten fachkundige Jurys die aus ihrer Sicht besten Bewerbungen ausgewählt. „Wir hätten es nicht für möglich gehalten, dass wir in Corona-Zeiten so viele Bewerbungen erhalten“, freute sich Bezirkstagspräsident Franz Löffler.

Insgesamt 48 Einsendungen hatte es für den mit jeweils 3500 Euro dotierten Kulturpreis gegeben. In der neuen Kategorie Podcast setzte sich Eva Karl Faltermeier aus Bernhardswald (Kreis Regensburg) durch. Die 38-Jährige hat sich am 1. April 2020 als Kabarettistin selbstständig gemacht – genau zum ersten Corona-Ausbruch hierzulande. Unter anderem in ihrem Podcast fand sie eine Möglichkeit, dennoch das kulturelle Leben in der Oberpfalz vorzustellen und gleichzeitig weiter voranzutreiben und Künstler zu vernetzen. In jeder Episode ist ein Gast aus der Region ihr Gesprächspartner.

Im Bereich Illustration holt Lena Kunstmann aus Neumarkt, geboren 1987, den Kulturpreis. Sie erhielt schon während ihres Design-Studiums in Nürnberg erste Aufträge von überregionalen Agenturen, Zeitungen und Zeitschriften. „Jung, frech und kreativ“ nannte die Jury ihre Arbeiten. In Neumarkt betreibt sie einen kleinen Laden für Papeterie. In ihren Projekten achtet sie besonders auf Nachhaltigkeit. In der Kategorie Kammermusik wird das Sperger Trio mit dem Kulturpreis ausgezeichnet, das aus den drei Regensburger Berufsmusikern Verena Kronseder, Johanna Weighart und Frank Wittich besteht. Das Trio widmet sich vorrangig anspruchsvoller höfischer Kammermusik des 18. Jahrhundert. Ziel des Ensembles ist es, dem mutmaßlichen Originalklang möglichst nahe zu kommen.

Nachwuchsarbeit gelobt

21 Bewerbungen waren oberpfalzweit für den mit jeweils 1000 Euro dotierten Jugend-Kulturförderpreis eingegangen. Im Bereich Soziokultur wird der Jugendrat Tirschenreuth ausgezeichnet. Die Jury sieht das Projekt als „Erfolgsmodell für Partizipation junger Erwachsener am Stadtgeschehen“. In dem Rat setzen sich junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren für Belange ihrer Stadt ein. Die Jury lobte vor allem die Nachwuchsarbeit, die dafür sorge, dass sich seit acht Jahren immer wieder neue Jugendliche finden, die sich engagieren wollen.

In der Kategorie ästhetisch-künstlerisches Handeln geht der Förderpreis an den „Kunstbetrieb Cham“ für ein digitales Gemeinschaftsprojekt. Unter Lockdown-Bedingungen gestalteten 55 Kinder zwischen 4 und 17 Jahren im Internet eine Kunstwelt. Ziel war es eine eigene Stadt mit spannenden Bewohnern und Tieren zu entwerfen. Die Kinder sprühten laut Jury vor Kreativität. Im Bereich ästhetisches Handeln und Soziokultur setzte sich das Berufliche Schulzentrum Oskar-von-Miller in Schwandorf durch. Die dortigen Berufsintegrationsklassen geben seit vier Jahren die Schülerzeitung „W.I.R. – Weil International rockt“ heraus. Die Schüler geben darin persönliche Einblicke über ihre Hoffnungen, Ängste und das Ankommen in Deutschland. Dazu gibt es ein selbst produziertes Rap-Musikvideo, das im Internet fleißig geklickt wird.

Drei Denkmalpreisträger

32 Projekte wurden für den Denkmalpreis des Bezirks eingereicht. Die Einsendungen waren so hochwertig, dass letztlich drei Bewerber zum Zug kamen. Der mit 5000 Euro dotierte Denkmalpreis geht an Elisabeth Sojer-Falter und Johann Falter für die Sanierung des Historischen Waldlerhauses in Postfelden (Kreis Cham). Mit 2500 Euro verbundene zusätzliche Auszeichnungen gehen für Denkmalsanierungen an Kathrin Schmidt und Jürgen Mederer aus Sulzbürg (Kreis Neumarkt) sowie an Ernst Horsch in Mintraching (Kreis Regensburg). Die Bezirksräte beschlossen, künftig stets drei Denkmalpreisträger mit je 4000 Euro Preisgeld zu küren.

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Sulzbach-Rosenberg
Hintergrund:

Bezirkstag Oberpfalz

  • Thema im Kulturausschuss des Bezirks war auch die Weiterentwicklung des Freilandmuseums Oberpfalz in Neusath-Perschen (Kreis Schwandorf).
  • Für die Museumspädagogik sollen angemessene Räume entstehen. Dafür soll die Hofstelle Köstlerwenzel durch einen Neubau ergänzt werden. Der Bau ist Teil eines Forschungsprojekts an der Technischen Uni Kaiserslautern.
  • Darüber hinaus ist ein Großobjektdepot geplant. Die Bezirksräte beschlossen, dafür eine Machbarkeitsstudie am Standort unterhalb des Zentraldepots zu erstellen.
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