16.04.2021 - 16:33 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Oberpfälzer Grüne wollen mindestens zwei Abgeordnete nach Berlin senden

In Umfragen scheiden die Grünen gut ab. Da wächst die Hoffnung, dass im Herbst mehr Grüne aus der Oberpfalz in den Bundestag einziehen. Spannend wird der Landesparteitag an diesem Wochenende aber auch aus anderen Gründen.

Schon vor drei Jahren zum Beginn des Landtagswahlkampfes feuerte Robert Habeck die bayerischen Grünen an (von links): Die Fraktionschefs Katharina Schulze und Ludwig Hartmann, Bundesvorsitzender Habeck sowie die damalige Landesvorsitzende Sigi Hagl und ihr Co-Vorsitzender Eike Hallitzky. Hallitzky scheidet jetzt aus.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Wenn an diesem Wochenende die bayerischen Grünen ihre Landesliste für die Bundestagswahl im Herbst aufstellen, setzt der Oberpfälzer Bezirksverband darauf, mindestens zwei aussichtsreiche Plätze zu bekommen. Bezirksvorsitzende Tina Winklmann aus Schwandorf soll auf Platz 17 kandidieren, ihr Co-Vorsitzender, der Bundestagsabgeordnete Stefan Schmidt aus Regensburg, auf Platz zehn.

Bei der Landesdelegiertenversammlung an diesem Samstag und Sonntag in Augsburg bewerben sich mehr als 60 Frauen und Männer um die Listenplätze. Darunter sind aus der Oberpfalz unter anderem noch der Amberger Direktkandidat Karl-Heinz Herbst und Anne Droste, die im Wahlkreis Weiden antritt. Unter den Bewerbern sind viele langjährige Bundestagsabgeordneten wie Fraktionschef Toni Hofreiter, Dieter Janecek, Ekin Deligöz und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth. Auch Tessa Ganserer, bislang die einzige transidente Landtagsabgeordnete in Deutschland, will in den Bundestag einziehen.

Zahl der Abgeordneten verdreifachen

Bislang entsenden die bayerischen Grünen elf Abgeordnete in den Bundestag. Sollte die Partei die Umfragewerte auch bei der Bundestagswahl erzielen, dürfte sich die Zahl verdreifachen. Deshalb hofft Schmidt darauf, dass es den Oberpfälzer Grünen gelingen könnte sogar drei Abgeordnete in den Bundestag zu schicken. Bisher ist der Regensburger der einzige in Berlin. Wenn sich CSU und CDU weiter so anstellen, könnte es noch mehr werden, sagt er mit Blick auf den Machtkampf um die Kanzlerkandidatur und Schwächen im Management der Corona-Pandemie. "Es könnten aber auch nur 20 werden", sagt Schmidt. Umfragen, so macht er deutlich, seien immer mit Vorsicht zu genießen. Vor vier Jahren hatten die Grünen 9,8 Prozent erreicht, derzeit sehen sie Umfragen bei 23 Prozent und mehr.

Habeck spricht zum Auftakt

Zum Auftakt der digitalen Landesdelegiertenkonferenz (LDK) an diesem Samstag in Augsburg spricht der Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Robert Habeck. Zwei Tage später, am Montag dem 19. April, wollen die Grünen verkünden, ob Habeck oder Co-Vorsitzende Annalena Baerbock als Kanzlerkandidat den Wahlkampf der Grünen anführen wird.

Auf der Tagesordnung der hybriden Veranstaltung in Augsburg steht auch die Wahl eines neuen Landesvorsitzenden an. Eike Hallitzky scheidet nach mehr als sechs Amtsjahren aus. Um seine Nachfolge bewerben sich Thomas von Sarnowski aus Ebersberg und HaJü Hödl aus Perlesreut im Landkreis Freyung-Grafenau. Die Delegierten sind virtuell zugeschaltet, die Bewerber sind in Augsburg in der Halle. Die Abstimmungsergebnisse werden im Anschluss per Briefwahl bestätigt.

Stichwahl entscheidet in Weiden

Tirschenreuth
Hintergrund:

Direktkandidaten der Grünen in der Oberpfalz

  • Stefan Schmidt, Bundestagsabgeordneter aus Regensburg
  • Tina Winklmann (Schwandorf)
  • Karl-Heinz Herbst (Amberg)
  • Anne Droste (Weiden)

 

 

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