16.02.2020 - 16:55 Uhr
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Ostbayerischer Faschingszug: Regensburg im Feier-Fieber

Schön war's, laut war's und das Wetter hat gepasst - so lautet das Fazit für den Ostbayerischen Faschingszug, der heuer durch Regensburg ging. Ein Gaudiwurm aus 60 Vereinen und zahlreichen Zuschauern schlängelte sich durch die Straßen.

Tausende Besucher aus der Stadt, dem Landkreis und ganz Ostbayern säumten die Strecke des Ostbayerischen Faschingszuges von der Maxstraße, über den Domplatz bis zur Moderatonsbühne am Neupfarrplatz. Mit insgesamt 60 Vereinen und Gruppen schlängelte sich der Gaudiwurm im Zeitlupentempo durch die Stadt. Lücken gab es keine. Trommelgruppen, Mottowagen, Tänzer wechselten sich ab, so dass die Faschingsfans immer etwas zu schauen und zu hören hatten. Den Zug führte die lautstark Sarara Trommelgruppe an. Ihr folgte das rot-weiße Narrenschiff der Narragonia, auf dem Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Landrätin Tanja Schweiger mitfuhren. Die CSU mit Bürgermeisterkandidatin Astrid Freudenstein hatte einen eigenen Faschingswagen.

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Ein bunte Mischung

Der Regensburger Faschingszug war mit "Love and Peace", "Playboy" und "Ballermann" nicht nur Frohsinn und Heiterkeit. So machte beispielsweise ein Mottowagen auf das derzeitige Hofsterben bei den Bauern aufmerksam und bediente mit den Mignons die Interessen der Kinder. Die Kinder am Straßenrand bückten sich hurtig nach den Süßigkeiten, die die Narren aus den Faschingswägen in die Zuschauermengen warfen und füllten ihre mitgebrachten Stofftaschen. Laute Partymusik erfüllte die Route des Faschingszuges. Die Garden führten ihre Tänze auf und nötigten dem Publikum mit kraftvollen Hebefiguren viel Applaus ab. Schlachtrufe der einzelnen Faschingsgesellschaften reichten von "Radi-Radi" über "Beri-Beri", "SariWari" bis "Gucki-Schlucki" und "Buli-Buli Hellau". „Die bunte Mischung macht's und das jeder Faschingsverein sein Ding macht“, sagte Erich Lichtl, Präsident der Narragonia Karnevalsgesellschaft und Veranstalter des Faschingszuges. Regensburg biete sich für den Ostbayerischen Faschingszug an, da es direkt in der Mitte liege. „Der Faschingszug ist jedes Mal ein großer Kraftakt“, so Lichtl beim Empfang, der zuvor stattgefunden hatte. Aber die Narragonia stecke ihr ganzes Herzblut hinein und zudem sei das Netzwerk seit dem letzten Faschingszug vor zwei Jahren gewaltig gewachsen, sodass die Organisation schon fast wie von selbst ginge und er wisse, wen er für welche Genehmigung ansprechen müsse. Lichtl freute sich dieses Jahr über den viel größeren Zuspruch der Faschingsgesellschaften, am Faschingszug teilzunehmen. Er hoffte, dass es ihnen so gut gefalle, dass sie beim nächsten Mal wiederkommen. Beim "Wettergott" hatte er extra um gutes Wetter gebeten. Er bedankte sich bei allen freiwilligen Helfern, die das Gelingen des Faschingszuges ermöglicht hatten.

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Fasching eine wichtige Tradition

Über 100 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus den Landkreisen, die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt, die Berufsfeuerwehr, Polizei, BRK und auch die zuständigen Ämter der Stadt trugen zum Gelingen bei. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer würdigte den Einsatz der Faschingsgesellschaften, den Menschen für eine kurze Zeit die Last des Alltags von den Schultern zu nehmen. Arthur Troidl, Präsident des Landesverbandes Ostbayern hob hervor, dass es sich lohne, die Tradition des Faschings weiter zu erhalten. „Denn die Faschingsgesellschaften und Karnevalsvereine besuchen mit ihren Auftritten auch Kitas und Seniorenheime“, sagte Troidl, um dort Heiterkeit und Frohsinn zu verbreiten. Jede Faschingsgesellschaft hat einen eigenen Faschingsorden, der beim Empfang im Brücksaal untereinander getauscht wurde. Die Bürgermeisterin bekam von jeder der 20 anwesenden Faschingsgesellschaften ein Orden umgehängt, was ein großes Gewicht am Hals war. Sie und Präsident Erich Lichtl wurde für ihr Engagement um den Fasching zusätzlich von Landesverband Ostbayern mit dem Sonderorden ausgezeichnet. Um das Müllaufkommen beim Faschingszug einzuschränken, wurde heuer erstmals jede kleine Schnapsflasche mit einem Pfand von zwei Euro belegt.

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