16.02.2020 - 14:16 Uhr
WindischeschenbachDeutschland & Welt

Neugirg über Veitshöchheim: "Hinter den Kulissen lieben wir die Franken"

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Wenn die Kameras aus sind, ist der Frankenfasching noch nicht vorbei. Ein Blick hinter die Veitshöchheimer Kulissen.

von Helmut KunzProfil

Nach dem Auftritt schnell noch die Samba-Federn vom großen Finale vom Helm gezupft, die pechschwarze Uniform gerade gerückt und im Foyer auf den Kommandanten gewartet: Für den gemeinsamen Spaziergang zur Aftershow-Party. Aber Norbert Neugirg lässt seine Feierwehrkapell'n warten. Hubert Aiwanger und Lebenspartnerin Tanja Schweiger schieben sich durch die Besuchermassen, weil sie es eilig haben. Erst noch ein Gruppenfoto mit Michl Müller und der Altneihauser Feierwehrkapell'n in Wartestellung.

Keine 60 Minuten vorher hatten die Männer aus Windischeschenbach den bayerischen Wirtschaftsminister noch deftig derbleckt. Aber Aiwanger ist keiner, der nachtragend ist. Im Gegenteil: Der Minister bittet um weitere Fotos, mit seinem Handy. Bilder mit den Altneihausern stehen hoch im Kurs.

Ein Tick besser

Schließlich kommt er doch noch, der Feierwehr-Kommandant. "Der Auftritt vor dem Sendepublikum war noch besser, als der gestern bei der Generalprobe." Natürlich weiß Neugirg warum. "Wir hauen politisch drauf. Und da braucht es schon ein gewisses Maß an Background-Informationen um den Gag zu verstehen. In der Livesendung sitzen hochkarätige Politiker und Gäste. Die sind toll mitgegangen."

Neuhaus/Windischeschenbach

Wie aus einem Guss sei die Sendung gewesen. Man habe sich abgesprochen, damit nicht jeder dasselbe Thema bringt. "Da läuft alles ineinander wie ein Räderwerk." Natürlich sei er mit seiner Rede nicht ins kalte Wasser gesprungen. "Ich habe Bausteine schon bei unseren Auftritten in den letzten Monaten in abgeänderter Form verwendet. Da konnten wir beobachten, was ankommt." Ein alter Bühnenhase spüre, ob er ein Publikum gewinnt oder ob es ihm wegbricht.

Am Programm gab es nach der Generalprobe nichts mehr zu rütteln. Nur die Passage mit Umweltminister Thorsten Glauber - Neugirg hatte dessen Faschings-Outfits mit einer "nitratverseuchten Wanderratte" verglichen - sei in Absprache mit dem Regisseur spontan entstanden. "Tut man so etwas, muss man sich absprechen. Nicht, dass einem Kollegen während der Sendung das gleiche einfällt."

Wenn die Zuschauer daheim die Prunksitzung verfolgen, sitzen die Mitwirkenden im Backstage-Bereich. "Auch dort steht ein Bildschirm. Und es gibt zu essen." Semmeln, Wiener und Suppe. "Nichts Großartiges." Ruhig sei es, weil man die Reden mitverfolgen und sich auf den eigenen Auftritt konzentrieren wolle. "Eine Dreiviertelstunde vor dem Auftritt gehen wir in die Garderobe, machen uns fertig und sprechen noch einmal alle Details durch. Wir lassen uns verkabeln und dann geht's auf die Bühne."

Auch in der Oberpfalz wird gefeiert: Die Narren hatten Regensburg fest im Griff.

Regensburg

Fischessen und Studio-Party

Die Altneihauser reisen mittwochs an. "Abends gibt es ein Fischessen. Heuer haben wir wieder bis vier Uhr früh spontan musiziert. Eine Jam-Session. Der Bürgermeister spielte Saxofon." Am Donnerstag habe es eine Studio-Party gegeben. "Und jetzt gehen wir zum Empfang der Stadt Veitshöchheim. Anschließend trinken wir vielleicht noch irgendwo ein Seidel." Abreise sei für Samstag mit Fahrgemeinschaften in Privatautos geplant.

Das Verhältnis untereinander sei sehr locker, erzählt Neugirg über seine Künstler-Kollegen. "Jeder schaut sich die Nummer des anderen an. Wir schätzen uns. Jeder macht sein Ding." Dann schmunzelt Neugirg: "Hinter den Kulissen lieben wir die Franken, was ich natürlich öffentlich nie zugeben würde."

Ob er die Bauernblutwurst "Omas Roter" eines fränkischen Metzgers, mit dem Konterfei der Altneihauser, schon probiert habe? Neugirg in Lästermanier: "Ja schon, aber heute noch nicht, sonst wäre ich vielleicht nicht fähig gewesen, aufzutreten. Mir schmeckt der Weiße besser. Aber der gehört ja längst zu Heißmann und Rassau."

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