28.04.2020 - 12:21 Uhr
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Schwanger in Coronazeit: Alles anders als beim ersten Mal

Corona ist für alle eine Herausforderung, besonders für werdende Mütter. Das merkt man wenn man Petra Fless wenige Wochen vor ihrem Entbindungstermin zuhört. Die Probleme liegen auf in den Details.

Petra Fless freut sich auf ihr Baby – trotz aller Herausforderungen.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Eine Schwangerschaft ist eine Zeit der Vorfreude. Doch während der Corona-Pandemie müssen sich Schwangere neuen Herausforderungen stellen. Der Geburtsvorbereitungskurs entfällt, die Betreuung weiterer Kinder ist in der Schwebe. Und darf der Partner überhaupt bei der Geburt dabei sein? Die Regensburgerin Petra Fless, die im Juni ihr zweites Kind erwartet, erzählt.

Die Laune verderben lassen will sich die 39-jährige Diätassistentin nicht. "Panisch bin ich nicht", sagt Fless, die mit ihrem Partner bereits einen zweijährigen Sohn hat. Dennoch ist vieles anders als in der ersten Schwangerschaft. Ihr Schwangerschafts-Yogakurs wurde abgebrochen. "Erstgebärende tun mir leid." Ob Hausbesuche ihrer Hebamme nach der Geburt möglich sind, weiß die Regensburgerin nicht. Bislang habe die Hebamme jedenfalls noch nicht abgesagt.

Für Petra Fless ist vor allem die Betreuung ihres zweijährigen Sohns ein Thema. Seine Kita ist geschlossen, seitdem ist er den ganzen Tag zu Hause. Ihn zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bei der Frauenärztin mitzunehmen, ist schwierig. Zum einen soll Petra Fless in der Praxis möglichst alleine erscheinen. Zum anderen wäre es dem Zweijährigen schwer zuzumuten, zwei Stunden auszuharren, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind. "Das Spielzeug im Wartezimmer ist auch weggeräumt", erzählt die Mutter.

So muss ihr Partner einspringen - und das mit seiner Arbeit koordinieren. Brenzlig wurde es vor zwei Wochen, als bei Petra Fless bei einer Routineuntersuchung schlechte Leberwerte und erhöhter Blutdruck festgestellt wurden. Die Frauenärztin schickte die 39-Jährige direkt in die Hedwigsklinik. Zwei Tage und eine Nacht musste Fless in der Klinik bleiben, in der Zeit musste ihr Mann für die Kinderbetreuung einspringen. "Wenn ich länger in der Klinik hätte bleiben müssen, wäre das sehr schwierig geworden."

Auf Freunde oder Familie kann sie derzeit nicht setzen. Noch ist unklar, wie die Kontaktregeln zum berechneten Geburtstermin im Juni aussehen. Fless hat sich darauf eingestellt, die Geburt möglicherweise alleine durchstehen zu müssen. Väter dürfen zwar unter Auflagen bei der Geburt dabei sein - aber wer kümmert sich um den Sohnß

Gedanken macht sich Fless auch über die Kita. Einerseits wäre sie froh, wenn ihr Sohn in die Krippe gehen könnte, wenn das Baby da ist. Andererseits möchte sie nicht, dass der Zweijährige sich "abgeschoben" fühlt. Auch hofft sie, dass ihre Eltern ihren Enkel bald wiedersehen - und natürlich das neue Baby.

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