29.07.2018 - 12:56 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Uli Grötsch und der Seelenverkäufer

Seenot-Retter "Sea-Eye" demonstrieren vor Regensburger Dom

Der Regensburger Unternehmer und Initiator der „Sea-Eye“, Michael Buschheuer, mit Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch im Schlauchboot vor dem Dom.

(uz) Die Initiative "Sea-Eye" hat am Samstag zur Demo mit anschließender Diskussionsrunde vor dem Regensburger Dom eingeladen. Hingucker war dort ein Schlauchboot, das die Crew der "Sea-Eye" im vergangenen aus dem Mittelmeer gerettet hatte. An Bord waren damals 120 Flüchtlinge. Diesmal nahm der Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch (SPD) auf dem Seelenverkäufer Platz. Der Veranstalter wies darauf hin, dass er auch bei Bundesinnenminister Horst Seehofer und Ministerpräsidenten Markus Söder angefragt hatte.

"Wir haben nun eine Situation, in der die zentrale Rettungsmission 'Sophia' der Europäischen Union nur noch bis Ende August verlängert ist. Wie es im Mittelmeer aussieht, wenn private Organisationen wie 'Sea-Eye' oder die staatlichen nicht mehr vor Ort sind, kann sich jeder an fünf Fingern abzählen." Hier aufzuschlagen sei schon eine Frage der politischen Verantwortung, fuhr Grötsch fort. "Wenn eine Organisation, die privates Geld einsetzt, um Menschen zu retten, hier einlädt, dann sind wir, so glaube ich, alle gefordert."

"Sea-Eye" startete im Herbst 2015, als eine Gruppe um den Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer beschloss, Flüchtlinge aus dem Mittelmeer zu retten. Die Initiative kaufte ein Schiff, einen ehemaligen Hochsee-Fischkutter, und rüstete ihn zur Seenotrettung um. Inzwischen gibt es noch die baugleiche "Seefuchs". 800 Menschen aus ganz Deutschland und dem Ausland arbeiten ohne Bezahlung und verzichten auf Freizeit und Urlaub.

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