26.02.2019 - 21:22 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Verdi bestreikt die ganze Oberpfalz

900 Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes beteiligen sich an Verdi-Aktionen in Regensburg - auch Vertreter aus Amberg, Eschenbach, Nabburg, Tirschenreuth und Vohenstrauß. Das Wasserwirtschaftsamt Weiden vermeldet wegen der guten Konjunktur Nachwuchssorgen bei Ingenieuren.

Angestellte des öffentlichen Dienstes aus der ganzen Oberpfalz nehmen an Warnstreik in Regensburg teil.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

"Rund 900 Beschäftigte sind heute unserem Warnstreikaufruf nach Regensburg gefolgt", erklärt Manuela Dietz, Streikleiterin und stellvertretende Verdi -Bezirksgeschäftsführerin, zufrieden. Beschäftigte der Uni-Klinik, von Museen, Studentenwerken, Theatern sowie der Schlösser- und Seenverwaltung beteiligten sich.

"In unseren Meistereien sind 42 Beschäftigte in Streik getreten", gibt Stefan Noll, Abteilungsleiter der Straßenmeisterei in Sulzbach-Rosenberg, bekannt: "In Amberg 10, in Eschenbach 5, in Nabburg 4, in Vohenstrauß 5, in Weiden 6 und in Tirschenreuth 12." Die Auswirkungen halten sich in Grenzen: "Zum Glück haben wir keinen akuten Winterdienst." Straßenunterhaltungsarbeiten müssten verschoben, Streumaßnahmen nachts könnten aber sichergestellt werden. "Die Verkehrsteilnehmer werden davon nichts mitbekommen."

Lesen Sie hier den Artikel "Warnstreiks an bayerischen Uni-Kliniken gehen weiter" auf Onetz.

Bayern

"Von uns sind auch ein paar Leute dabei", sagt Mathias Rosenmüller, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden. "Der Dienst läuft reibungslos." Verständnis hat er für das Gewerkschaftsanliegen, weil es zunehmend schwierig werde, im technischen Bereich Nachwuchs zu finden: "Letztes Jahr konnten wir erstmals eine Stelle nicht besetzen - gerade Bautechniker und Bauingenieure sind bei dieser Konjunktur rar." Langfristig könnte es im Wasserbau, in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie der Begutachtung zu Engpässen kommen. "Noch haben wir das Glück, dass es an der OTH Amberg den Studiengang Umwelttechnik gibt, und wir darauf auszuweichen können."

"Auch das Wetter streikt heute mit", freut sich Verdi-Vertreterin Kathrin Birner nach Abschluss der Kundgebungen über Frühlingssonne im Februar. "Wir sind mit der Beteiligung sehr als zufrieden." An der Uniklinik hätte es zugunsten von Not-Operationen leichte Einschränkungen gegeben: "Es waren nicht so viele Operationssäle geöffnet."

Am Donnerstag gehen die Verhandlungen weiter. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst fordern sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. In Freistaat betrifft der Tarifvertrag rund 100 000 Beschäftigte. "In Bayern waren heute 5000 Streikende auf der Straße", sagt Birner, "dieses Signal kann nicht ignoriert werden". Auch um die Benachteiligung der Landesbediensteten auszugleichen. "Wir geben den Verhandlungen eine Chance", betont sie vor weiteren Aktionen.

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