29.10.2021 - 17:18 Uhr
Deutschland & Welt

Meinung: Scholz darf sich nicht die Finger verbrennen

Norbert Walter-Borjans will nicht mehr für den SPD-Vorsitz kandidieren, und der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz will ihm nicht an der Parteispitze nachfolgen. Ist das klug? Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat (rechts), neben dem scheidenden SPD-Co-Chef Norbert Walter-Borjans.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil
Kommentar

Als SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder 2004 entschied, den Vorsitz seiner Partei abzugeben, war das der Anfang vom Ende: Bald verlor er seinen Job an Angela Merkel – damals Chefin der CDU. Die hatte über ihn gespottet: "Wie kann man ein Land führen, wenn man nicht einmal die Mitglieder der eigenen Partei führen kann?" 2018 machte sie als Kanzlerin denselben Fehler und gab den Parteivorsitz aus der Hand. Seitdem ging es mit den Christdemokraten bergab.

Sollte Fast-Kanzler Olaf Scholz nicht doch versuchen, sich im Dezember um die Nachfolge von Norbert Walter-Borjans and der Spitze der Sozialdemokraten zu bewerben? Schröders Schicksal spräche einerseits dafür. Andererseits hat ihn seine eigene Partei schon 2019 bei dem Versuch, zusammen mit Klara Geywitz den Vorsitz zu übernehmen, scheitern lassen. Passierte das noch einmal, wäre das eine Schmach für den dann (womöglich) frisch gewählten Bundeskanzler. Scholz hat also Recht, die Finger davon zu lassen. Und die SPD wäre gut beraten, ihrem Mann im Kanzleramt künftig nicht in den Rücken zu fallen.

Walter-Borjans will auf SPD-Vorsitz verzichten

Deutschland & Welt
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.