Das Kultusministerium will "Unterricht light" während der abgesagten Faschingsferien offenbar nicht dulden. "Hinweisen auf fehlende Unterrichtsangebote an einzelnen Schulen würde die jeweilige Schulaufsicht nachgehen", heißt es in einer am Montag auf Anfrage versendeten Mitteilung. Die Schulen seien darüber informiert worden, dass in dieser zusätzlichen Schulwoche "Unterricht in Form von Distanzunterricht bzw. Wechselunterricht stattfindet". Die konkrete pädagogische Ausgestaltung erfolge durch die Schulen innerhalb des Rahmenkonzepts für den Distanzunterricht. Die Schulen seien sich bewusst, dass angesichts der Einschränkungen im Schulbetrieb in diesem Schuljahr jegliche zusätzliche Unterrichtszeit wertvoll ist, um eventuell entstandene Lücken bei den Schülern zu schließen.
Schulaufsicht einschalten
An oberbayerischen Schulen hatte am Montag ein Schreiben der Bezirksregierung für Aufsehen gesorgt, in dem Schulleitungen aufgefordert werden, die Schulaufsicht zu informieren, sollten sie von anderen Schulen erfahren, die in der Faschingswoche nur einen "Unterricht light" anböten. "Sollten Sie in Ihrem Schulamtsbezirk von solchen Unterrichtsformaten Kenntnis erlangen, bitte ich Sie, auch Ihre zuständigen Referenten an der Regierung zu informieren", heißt es in dem Schreiben. Nach Auskunft des Kultusministeriums handelt es sich bei dieser Formulierung um keine ministerielle Anweisung. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hatte bereits vergangenen Donnerstag betont, dass in dieser Woche "normaler Unterricht" stattfinden solle. Er reagierte damit auf Meldungen, wonach einzelne Schulen planen, in der Faschingswoche auf Video-Konferenzen von Lehrkräften mit ihren Schülern zu verzichten.
Die SPD-Bildungspolitikerin Simone Strohmayr sprach von einer "Aufforderung zum Petzen", wenn Schulen an die Schulaufsicht gemeldet werden sollen, die in dieser Woche einen "gemäßigteren Kurs" fahren würden. Es wäre ein "Skandal", sollte es sich bei dem Schreiben der Regierung von Oberbayern doch um eine Anordnung Piazolos handeln. Strohmayr äußerte Verständnis für Schulen, die jetzt einen Unterricht in reduzierter Form anbieten würden, da die Faschingswoche eigentlich zum Erholen von der anstrengenden Phase des Distanzunterrichts gebraucht würde. Am besten wäre für die Ferienzeit laut Strohmayr ein Konzept zur individuellen Förderung benachteiligter Schüler gewesen.
Kritik an Bezirksregierung von Oberbayern
Als "armselig und hilflos" bezeichnete der Grünen-Bildungspolitiker Max Deisenhofer die Aufforderung der Regierung von Oberbayern. "Autoritäres Säbelrasseln aus München ist das Letzte, was Bayerns Schulen jetzt brauchen", erklärte Deisenhofer. Nachdem erst ab der kommenden Woche wieder mehr Klassen in den Präsenzunterricht zurückkehren könnten, entfalle ohnehin die ursprüngliche Begründung für die Streichung der Ferien. "Die Söder-Idee, die Faschingsferien ersatzlos zu streichen, war einfach Bockmist", urteile Deisenhofer.

















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