Auch gut zwei Wochen nach Schulbeginn sind die bereits im Juli versprochenen 800 Teamlehrkräfte noch immer größtenteils nicht an den Schulen angekommen. Das bestätigte das Kultusministerium auf Anfrage der SPD-Abgeordneten Annette Karl. Im Bildungsausschuss des Landtags präzisierte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler), bei rund 700 Bewerbern würden derzeit die Arbeitsverträge erstellt oder angebahnt. Verantwortlich dafür seien die regionalen Schulämter sowie die Schulleitungen.
Karl zeigt sich über die schleppende Umsetzung enttäuscht. Es erweise sich als Fehler, dass das Ministerium die Verantwortung für die Einstellung an die Schulleitungen und Schulämter abgeschoben habe, die gerade zu Schulbeginn und wegen der Corona-Schutzmaßnahmen ohnehin stark belastet seien. Es reihe sich in die Kette der ministeriellen Versäumnisse bei der Pandemie-Bewältigung ein, dass es während sechs Wochen Sommerferien nicht gelungen sei, "bei diesem Thema ordentlich zu organisieren und einzustellen", klagte Karl.
Rund 6000 Bewerbungen
Die Teamlehrkräfte sollen in Klassen einspringen, deren eigentliche Lehrer zu den Corona-Risikogruppen zählen und deshalb nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden können. Dazu gehören ältere Lehrkräfte, solche mit Vorerkrankungen und Schwangere. Aufgabe der Teamlehrer ist es, den von den Stammlehrkräften vorbereiteten Unterricht zu halten. Auf die 800 Stellen haben sich laut Piazolo mehr als 6000 Bewerber mit Hochschulabschluss gemeldet. Man befinde sich gerade im Verteilungsprozess. "Aus meiner Sicht läuft es sehr gut", sagte Piazolo.
Keine Notbetreuung geplant
Bezüglich der Maskenpflicht an Schulen betonte der Minister, diese werde "konsequent umgesetzt". Wer im Unterricht ohne ärztliches Attest keine Maske trage, obwohl dies von den Gesundheitsämtern wegen regional hoher Corona-Fallzahlen angeordnet sei, dem drohe als letzte Konsequenz der Ausschluss vom Unterricht. Die Masken seien erforderlich, um Präsenzunterricht so lange wie möglich aufrecht erhalten zu können. Im Falle coronabedingter Schulschließungen wird es zunächst keine Notbetreuung geben, teilte Piazolo zudem mit. Diese sei im Frühjahr eingeführt worden, um Eltern in systemrelevanten Gesundheitsberufen zu entlasten. Da derzeit im Gesundheitssystem kein Notstand herrsche, fehle auch die Voraussetzung für die Notbetreuung.













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