München
27.04.2020 - 09:06 Uhr

"Soko Corona": Krimiserie aus dem Wohnzimmer

Christina Baumer und Joe Heinrich drehen eine Qurarantäne-Krimiserie für die Sozialen Medien. Im Mittelpunkt stehen zwei Klappmaulpuppen und Schuld hat immer Corona.

Kommissarin Christina Baumer geht mit der "Soko Corona" auf Verbrecherjagd. Bild: exb
Kommissarin Christina Baumer geht mit der "Soko Corona" auf Verbrecherjagd.

Die Coronakrise hat nun die Vorgabe für eine Filmproduktion liefert. Entstanden ist die Idee in München. Sie wurde aus der Not der nun arbeitslosen Schauspieler heraus geboren. "Soko Corona - Kommissar Wolpert ermittelt" ist eine Krimikomödien-Serie für die Sozialen Medien in der Krise.

Das Besondere: Die Schauspieler drehen ihre Rollen selbst vom Wohnzimmer aus, die Hauptrollen spielen zwei Klappmaulpuppen. Unter Regie des 43-jährigen Münchener Kabarettisten Joe Heinrich ist der Krimi ein Projekt der Künstlervereinigung "Quarantänekunst". "Wir wollen leichte Unterhaltung bieten in Krisenzeiten und damit auf uns aufmerksam machen", sagt Chefin Christina Baumer.

Die 33-jährige Münchenerin hat "Quarantänekunst" als Zusammenschluss von 40 Künstlern gegründet. Inzwischen hat die Facebook-Seite über 3000 Abonnenten.

Joe Heinrich ist Urheber, Sprecher und Darsteller der Puppenfiguren "Markus Söder" und "Ilse Aigner", die einige Jahre beim BR-Politkabarett "quer" mit Christoph Süß aufgetreten sind. Als die Bühnen schlossen, war er auf Tournee mit seinem Politkabarett. Christina Baumer wollte Heinrichs Figuren "Wolpert Wolpertinger" und "Robert Leberkäs" für den Quarantänekunst-Krimi gewinnen. "Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits ein Krimi-Drehbuch mit Wolpert und Leberkäs", sagt Heinrich.

"Soko Corona" ist eine kabarettistisch Betrachtung der Ungereimtheiten der Coronakrise, unterfüttert mit nachdenklich stimmenden Zwischentönen. Die Schauspieler behalten ihre Eigennamen. Die Kommissare ermitteln an den Fällen, wegen der Krise von ihren Wohnzimmern aus. Die Schauspieler müssen ihre Rollen als Selfie-Videos drehen. Erst im Schnitt entstehen stimmige Filmabfolgen.

Zum Inhalt: Für den g'mütlichen Münchener Oberkommissar Wolpert ist alles Routine. Wegen der Quarantäne gibt er telefonische Dienstanweisungen. Was allerdings zu höchst unterschiedlichen Arbeitsauffassungen führt. Weil Schutzmasken fehlen, weigern sich seine Leute, ihr Home-Office zu verlassen, "arbeiten daheim" wird frei interpretiert.

Der Spurensicherer (Jarod MccMurran) nutzt die Situation zum Wellness-Dahoam. Kommissarin Baumerin (Christina Baumer) ist die einzige, die im Ermittlungsbüro arbeiten will, wegen der Liebe. Nur, sie hatte Corona. Jetzt will sie der Chef nicht mehr sehen und schreibt sie bis Weihnachten krank. Wolpert selbst nutzt die Gunst der Stunde zur Korruption. Er dreht der Versicherungsfrau (Katja Keßer) überteuerten Tatortreiniger als Desinfektionsmittel an. Die Pathologin (Sylvia Mayer) säuft Rotwein und lässt den Chef am Telefon glauben, das Gesöff sei im Magen der Leiche. Läuft bei der Soko etwas schief, ist immer Covid-19 schuld.

Die ersten beiden Folgen sind schon im Kasten und auf dem Youtube-Kanal "Quarantänekunst" zu finden.

Die erste Folge von "Soko Corona"

Wunsiedel21.04.2020
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Weiden in der Oberpfalz24.04.2020
 
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