14.01.2021 - 17:09 Uhr

SPD: Von Brunn und Endres fordern Grötsch heraus

Die Nachfolge der scheidenden SPD-Landeschefin Natascha Kohnen wird wohl in einer Kampfabstimmung entschieden. Den Weidener Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch fordert jetzt ein oberbayerisch-oberpfälzisches Duo heraus.

Die Politiker Florian von Brunn und Ronja Endres wollen zusammen die Bayern-SPD leiten. Bild: Lennart Preiss/SPD/dpa
Die Politiker Florian von Brunn und Ronja Endres wollen zusammen die Bayern-SPD leiten.

Der Oberpfälzer Uli Grötsch bekommt bei seiner Kandidatur für den SPD-Vorsitz in Bayern Konkurrenz. Erwartungsgemäß hat nun auch der Münchener Landtagsabgeordnete Florian von Brunn (51) seine Bewerbung für den im März geplanten Parteitag angekündigt. Er tritt mit der Regensburgerin Ronja Endres (34) an, die aktuell die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen leitet. Von Brunn und Endres wollen die Bayern-SPD in einer Doppelspitze führen. Grötsch strebt den Alleinvorsitz an, will sich aber die aus Bischofsgrün im Fichtelgebirge stammende Ramona Greiner als Generalsekretärin an die Seite holen.

"Duo auf Augenhöhe"

Von Brunn erklärte, er wolle gemeinsam mit Endres ein "Duo auf Augenhöhe" bilden, die öffentliche Wahrnehmbarkeit der SPD deutlich erhöhen und thematische Schwerpunkte von der Bildungs- über die Umwelt- bis zur Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik setzen. Viele SPD-Mitglieder litten gegenwärtig am Zustand der Partei. "Sie haben mehr verdient: Mehr Einsatz und mehr engagierten Kampf für unsere Ziele", sagte von Brunn. Auch gelte es, die Wähler mit Klarheit, Visionen und Vertrauen wieder verstärkt für die SPD zu gewinnen. Dass die Partei nach jüngsten Umfragen in Bayern nur bei sieben Prozent liege, sei "frustrierend". "Wir wollen über den Kampf wieder ins Spiel kommen", versprach von Brunn.

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Deutschland & Welt14.01.2021

Endres ergänzte, in der Bayern-SPD dürfe es kein Weiter-so geben. "Ich habe es satt, von schlechten Nachrichten über die SPD zu lesen und nichts von der Bayern-SPD zu hören", begründete sie ihren Entschluss, für den Landesvorsitz zu kandidieren. Sie brenne dafür, die Begeisterung für die SPD wieder anzufachen. Mit Blick auf ihre langjährige Gewerkschaftsarbeit kündigte Endres an, sich im Falle ihrer Wahl als "Stimme der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer" zu verstehen. Ihr gehe es mit von Brunn um ein sozialeres und nachhaltigeres Bayern. Sie hätten sich bewusst für eine Doppelspitze entschieden, "weil viel Arbeit zu tun ist". Als Team seien sie "unschlagbar".

Zweiter Anlauf für von Brunn

Für von Brunn ist es der zweite Anlauf auf den SPD-Vorsitz. Bei einem Mitgliederentscheid 2017 über die Nachfolge des damaligen SPD-Chefs Florian Pronold kam er nur auf 19,8 Prozent der Stimmen. Damals setzte sich Natascha Kohnen mit absoluter Mehrheit durch. Sie zieht sich aber nach vier Jahren im Amt von der Parteispitze zurück. Auch bei der Wahl zum SPD-Fraktionschef im Landtag unterlag von Brunn 2018. Nach einem mehrstündigen Patt setzte sich damals der Fürther Horst Arnold durch. Endres ist landespolitisch bislang kaum in Erscheinung getreten. Sie arbeitet derzeit als Fachreferentin beim Bund Naturschutz.

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