Deutschland und die Welt
02.06.2019 - 19:48 Uhr

SPD: Erneuerung statt weiterer Personaldebatten

Anstatt sich nach dem Rücktritt von Andrea Nahles mit einer erneuten Personaldebatte zu beschäftigen, muss sich die SPD endlich erneuern. Ein Kommentar von Eva-Maria Hinterberger.

SPD-Bundesvorsitzende und Fraktionsvorsitzende, verlässt be einer Pressekonferenz in der SPD-Parteizentrale das Podium. Archivbild: Kay Nietfeld/dpa
SPD-Bundesvorsitzende und Fraktionsvorsitzende, verlässt be einer Pressekonferenz in der SPD-Parteizentrale das Podium.

Andrea Nahles wirft hin. Am Sonntag gab sie ihren Rücktritt als Fraktions- und Parteivorsitzende der SPD bekannt. Es ist ein Schritt, der nachvollziehbar ist, konnte doch auch Nahles den andauernden Sinkflug der SPD nicht stoppen. Obendrein fehlte ihr der Rückhalt ihrer Genossen.

Für Nahles scheint ein Rücktritt die beste Möglichkeit zu sein, noch sauber aus der Sache herauszukommen. Anderseits könnte sie ihre Partei damit noch weiter ins Chaos stürzen. Denn was nun kommt, ist wohl unausweichlich: eine erneute Personaldebatte.

Genau das können die Sozialdemokraten gar nicht brauchen. Vielmehr sollte nun endlich das ganz oben auf der To-do-Liste stehen, was eigentlich schon nach der Bundestags- und spätestens nach der Landtagswahl in Bayern nötig gewesen wäre: eine ausführliche und grundlegende Analyse, warum es mit dem Wähler einfach nicht mehr klappen will. Kurz gesagt: Die ständig angesprochene Erneuerung muss her, und zwar eine, die bei den Bürgern ankommt.

Wenn die SPD es dann noch schafft, ihre internen Konflikte und Personalquerelen einzustellen, hat sie vielleicht eine Chance. Wenn nicht, werden wir spätestens nach den nächsten Wahlen ein Déjà-vu haben: Ein weiterer Verlust an Wählerstimmen und ein Parteivorsitzender in der Kritik. Ein Vorsitzender kann schließlich nur so gut sein, wie die Partei, die hinter ihm steht.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.