Trainingszentrum für Rettungskräfte in Windischeschenbach soll größer werden

München
08.11.2022 - 15:26 Uhr

Drohnen, Robotik und Virtuelle Realität: Das Trainingszentrum für Rettungskräfte in Windischeschenbach soll größer und moderner werden. Unter möglichst realistischen Bedingungen werden hier in Zukunft besondere Einsatzsituationen simuliert.

Seit Dezember 2019 üben Rettungskräfte den Ernstfall im BayZBE. Nun soll das Trainingszentrum in Windischeschenbach deutlich größer und moderner werden.

Der bayerische Ministerrat hat auf seiner Sitzung am Dienstag grünes Licht für die staatliche Förderung der zweiten Bauphase am Bayerischen Zentrum für besondere Einsatzlagen (BayZBE) in Windischeschenbach gegeben. Nach Angaben von Staatskanzleiminister Florian Herrmann (CSU) soll in der nördlichen Oberpfalz ein "bundesweit einmaliges Trainings- und Simulationszentrum" für die bayerischen Rettungskräfte und Einheiten des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes entstehen, die Träger und Bauherren der Einrichtung sind. "Es ist uns wichtig, exzellente Trainingsmöglichkeiten für die Einsatzkräfte in Bayern zu schaffen", sagte Herrmann. "Wer retten soll, muss üben können."

Den anstehenden Ausbau des Zentrums will der Freistaat mit 32 Millionen Euro unterstützen. "Das entspricht der höchstmöglichen Förderquote von 90 Prozent”, so Herrmann. Im ersten Bauabschnitt sollen bis 2026 Übungsflächen und -gebäude für unterschiedliche Einsatzszenarien entstehen, damit "möglichst realitätsnah geübt" werden könne, wie Herrmann erklärte. Geplant seien ein Hauptgebäude mit Schulungsräumen sowie "Multifunktionshäuser". Hierbei sollen auch Zukunfts-Technologien wie Drohnen, Rettungsrobotik-Systeme sowie sogenannte Mixed-Reality-Umgebungen, um virtuelle Einsatzlagen in die reale Welt zu projizieren, zum Einsatz kommen. Ein zweiter Bauabschnitt mit Erweiterungsbauten soll bis 2030 abgeschlossen sein. Durch die geplante Baumaßnahme soll das bisherige Angebot für Trainings- und Fortbildungsangebote in Windischeschenbach deutlich erweitert werden. Das BayZBE hat den Betrieb im Dezember 2019 aufgenommen. Neben Terror- und Amoklagen, die bei Gründung des BayZBE im Fokus standen, sind zukünftig vor allem klimabedingte Herausforderungen zu meistern, sagt der Staatskanzleiminister.

Es gehe um die "Stärkung der Einsatzfähigkeit und Professionalität" der Hilfs- und Rettungskräfte, auf deren Leistungsfähigkeit die Staatsregierung mit Stolz blicke, sagt Herrmann. Mit dem Bau des Zentrums setze sich Bayern von Kürzungsbeschlüssen des Bundes im Bereich des Katastrophenschutzes ab. Diese seien vor dem Hintergrund der aktuellen Bedrohungslagen das "falsche Signal", urteilte Herrmann.

Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (CSU) zeigt sich erfreut über das klare Bekenntnis der Staatsregierung zum BayZBE: „Mit der Ansiedlung und dem jetzigen Ausbau werden auch starke Impulse für Rettungsorganisationen vor Ort, aber auch die regionale Wirtschaft und die Stadt Windischeschenbach gesetzt“ Die örtliche Wirtschaft wird laut Reiß durch ein zusätzliches Gästeaufkommen, das mit der Weiterentwicklung des Projektes einhergeht, profitieren. In Windischeschenbach soll für die vielen zusätzlichen Lehrgangsteilnehmern ein neues Hotel erbaut werden. „Der Ausbau des BayZBE ist ein Meilenstein für den bayerischen Katastrophenschutz und ein Leuchtturmprojekt für die Region", sagt der Landtagsabgeordnete.

 
 

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