München
26.01.2023 - 17:09 Uhr

Umweltminister legt Konzept zur nachhaltigen Wasserversorgung vor

Trockenperioden auf der einen Seite, Überflutungen auf der anderen – der Klimawandel sorgt in Bayern für neue Probleme mit dem Wasserhaushalt. Umweltminister Glauber will diese mit dem Programm "Wasserzukunft 2050" in den Griff bekommen.

Eine Frau steht mit einem Gartenschlauch in einem Garten und gießt Pflanzen. Wegen des trockenen Jahres war diese 2022 häufig nötig. Doch nicht überall in Bayern gibt es ausreichend Wasserreserven. Symbolbild: Julian Stratenschulte
Eine Frau steht mit einem Gartenschlauch in einem Garten und gießt Pflanzen. Wegen des trockenen Jahres war diese 2022 häufig nötig. Doch nicht überall in Bayern gibt es ausreichend Wasserreserven.

Mit dem Programm "Wasserzukunft Bayern 2050" will Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) auch in Zeiten des Klimawandels die Trinkwasserversorgung im Freistaat und die Bewässerung von landwirtschaftlichen Nutzflächen sicherstellen. Die größten Herausforderungen stellten sich dabei im Norden Bayerns, wo die Niederschlagsmengen vor allem in Teilen Frankens deutlich unter denen im Süden lägen. "Unser Ziel ist eine sichere Trinkwasserversorgung in ganz Bayern, durch Speicherung und Verteilung, aber auch durch einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser", erklärte Glauber im Umweltausschuss des Landtags. Zudem gelte es wegen der steigenden Zahl an Starkregenereignissen den Hochwasserschutz weiter voranzubringen.

Trockenstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung

Nach Angaben Glaubers war das Jahr 2022 in Bayern das wärmste Jahr seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen und auch eines der trockensten. Mit durchschnittlich 780 Liter Niederschlag pro Quadratmeter habe der Wert um 20 Prozent unter dem langjährigen Mittel gelegen. Die Häufung trockener Jahre führe neben akuten Problemen für Natur und Landwirtschaft auch zu fortschreitend sinkenden Grundwasserständen. Betroffen seien davon vor allem Regionen in Nordbayern. Während im Süden Freistaats über die Jahre recht konstant zwischen 1600 und 1800 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fielen, seien es in manchen Regionen Unterfrankens weniger als 500.

Für ganz Bayern kündigte Glauber einen "Speicher-Check" an. Es gehe darum, dass vorhandenes Wasser nicht zu schnell abfließe. Dies gelte vor allem für in kurzer Zeit fallende Niederschlagsmengen. Dieses Wasser müsse besser für Trockenperioden zurückgehalten werden. Das sei Aufgabe von städtischen wie ländlichen Regionen gleichermaßen. Glauber verwies zum einen auf das Projekt der "Schwammstädte", zum anderen auf die Schaffung "grüner Gräben" auf landwirtschaftlichen Nutzflächen hin. Die Gräben zwischen Äckern und Wiesen seien einst zur Entwässerung angelegt worden, nun könnten sie durch kleine Stauwerke als Speicher genutzt werden.

FDP-Abgeordneter Skutella fordert Wasser-Cent

Desweiteren sprach sich Glauber für die Gründung regionaler Bodenbewässerungsverbände aus. Man müsse vorhandenes Wasser besser verteilen und dürfe es "nicht dem Nachbarn abgraben". Auch die Nutzung von Regenwasser im Haushalt, zum Beispiel für Toilettenspülungen, müsse verstärkt auf die Tagesordnung. Im Ausschuss wurde das Programm Glaubers fraktionsübergreifend begrüßt.

Die Opposition forderte aber eine deutlich bessere Personal- und Finanzausstattung der Wasserwirtschaftsbehörden. Ansonsten seien die Ziele bei Trinkwasserversorgung und Hochwasserschutz nicht zu erreichen. Zur Finanzierung der Maßnahmen sprach sich der FDP-Abgeordnete Christoph Skutella für die Einführung eines "Wasser-Cents" auf den Trinkwasserverbrauch aus. Zwei bis fünf Euro pro Bürger und Jahr seien zumutbar. Glauber erklärte dazu, dass der "Wasser-Cent" auch sein Ziel sei, das sich in dieser Legislaturperiode aber nicht mehr umsetzen lasse.

 
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