Unweigerlich fühlte sich der Zuschauer der ersten TV-Debatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden an die "Muppet Show" erinnert. Diese hatte ihre Hochzeit in den 1970er Jahren. So wie die beiden Kontrahenten im Saal in Cleveland. Auch sie sind aus der Zeit gefallen.
Der eine, seit knapp vier Jahren republikanischer Amtsinhaber im Weißen Haus, schürt den Rassismus vergangener Jahrhunderte. Beim anderen, dem demokratischen Herausforderer, gilt es bei seinen Anhängern schon als Erfolg, dass er sich diesmal keinen Ausrutscher leistete.
Zwei alte Männer. Der eine 74 Jahre, der andere 77 Jahre alt. Beide weißhaarig, aber ihnen fehlt die Weisheit des Alters. Sie beharken sich, fallen einander ins Wort und beschimpfen sich - von Debatte, von Anstand keine Spur. Eine wüste Schlacht, aber kein Rededuell.Ohne Zweifel sind in den USA seit jeher Wahlkampf-Debatten eine große Show, ein bestens inszeniertes Theater. Das gilt im Vorwahlkampf und noch mehr für die Auseinandersetzung zwischen dem Präsidenten und seinem Herausforderer. Aber es waren immer Debatten. In der Nacht zum Mittwoch gab es davon keine Spur. Die Triaden von Statler und Waldorf in der Loge der "Muppet Show" waren wenigsten zum Lachen. Das Duell von Trump und Biden war zum Weinen, für die Amerikaner.



















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