24.05.2021 - 11:38 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Volles Risiko: Hubert Aiwanger nicht unterschätzen

Die Freien Wähler wollen im Herbst in den Bundestag. Kein unrealistisches Unterfangen. Das hat Folgen für Bayern. Ein Kommentar von Jürgen Umlauft.

Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will in den Bundestag.
von Jürgen UmlauftProfil
Kommentar

Was sich Hubert Aiwanger in den Kopf gesetzt hat, hat er bislang mit einer bewundernswerten Sturheit erreicht. Er hat die Freien Wähler als Spitzenkandidat erst in den Landtag und dann in die Regierung gebracht. Jetzt will er sie in den Bundestag und ins Bundeskabinett bringen. Aktuell stehen die Freien Wähler deutschlandweit bei nur drei Prozent. Aber noch sind vier Monate Zeit. Und wer Aiwanger unterschätzt, hat schon den ersten Fehler gemacht.

Seine Rechnung ist relativ einfach. Aiwanger gibt den unverbrauchten Außenseiter und setzt auf die große Schar der Wähler, die von den Berliner Regierungsparteien enttäuscht sind, aber eine grüne Bundeskanzlerin für zu gewagt halten, und denen die AfD zu rechts, verschroben und auch sonst zuwider ist. Für fünf Prozent plus X könnte das am Ende reichen, zumal Aiwanger in volksnaher Wähleransprache schmerzfrei ist und die Freien Wähler nun auch in anderen Bundesländer in Parlamenten sitzen.

Aiwanger geht mit der Bundestagskandidatur voll ins Risiko. Vor allem für den Fall, dass sie klappt. Die erfolgreiche Rolle als bayerischer Volkstribun kann er dann nicht mehr spielen. Das rührt an der Seele der Freien Wähler in Bayern, es stellt ihre Basis in Frage. In Berlin hätte es Aiwanger mit ganz anderen Polit-Kalibern zu tun, die zudem nicht auf sein Erscheinen und das seiner komplett parlamentsunerfahrenen Kandidatenriege gewartet hätten. Ob Aiwanger weiß, worauf er sich und seine Freien Wähler da einlässt?

Bericht von der Landesversammlung

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