13.01.2019 - 20:16 Uhr
WackersdorfDeutschland & Welt

AfD Oberpfalz macht mobil

Drei Monate sitzt die AfD bald in Bayerns Landtag. Was seither für die Oberpfälzer Abgeordneten der Partei passiert ist, erfährt man beim Neujahrsempfang. Genau wie Pläne für die Zukunft. Dabei spielt ein Mulitvan eine Rolle.

Landtagsabgeordneter Roland Magerl (links) spricht zu den Besuchern des AfD-Neujahrsempfangs am Sonntag in Wackersdorf. Am Tisch rechts sitzen sein Parlamentskollege Stefan Löw und die Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

(wüw) Die Landtagsabgeordneten der Oberpfälzer AfD verzichten auf ein Wahlkreisbüro und setzten statt dessen auf Mobilität: Aktuell werde ein Multivan für den Bedarf von Roland Magerl und Stefan Löw umgebaut. Damit wollen sie im ganzen Bezirk präsent sein, erklärte Magerl beim Neujahrsempfang der Oberpfälzer AfD. Rund 60 Anhänger waren am Sonntag ins Schwimmbad-Café nach Wackersdorf gekommen. Die Entscheidung gegen ein Büro begründete Magerl unter anderem damit, dass er und Löw trotz ihrer Wahlkreise im Norden auch den Süden des Bezirks vertreten wollen. Außerdem habe er keine Lust, einen "Dauerauftrag beim Glaser" abzuschließen oder ständig Wände zu tünchen, weil die von politischen Gegnern beschmiert wurden.

Ansonsten gaben Magerl und Löw fast genau drei Monate nach der Landtagswahl einen Einblick in den Start im Maximilianeum. Bezirksvorsitzender Christian Paulwitz hatte die Gäste mit einem Rückblick begrüßt. Außerdem sprach Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga aus Straubing über die Arbeit in Berlin und blickte als Mitglied des Ausschusses für die Angelegenheiten der EU auf die Europawahl im Mai.

Magerl begann seine Rückschau mit den nervenaufreibenden Tagen zwischen Wahltag und Wahlergebnis. Dabei gab er eine gewisse Enttäuschung zu: "Insgeheim hatten wir mit einem dritten Sitz gerechnet." In München dauere bis heute die Findungsphase. Er und Löw hätten noch kein Büro, weil die Vorgänger, Abgeordnete von Grünen und SPD, diese erst auf Druck kurz vor Weihnachten freigegeben hätten. Für Gelächter sorgte Magerls Schilderung vom Streit um die Sitzordnung, der dazu geführt habe, dass die Sitzreihen im Plenarsaal umgebaut wurden. "Damit niemand neben uns sitzen muss, wird ein Gang eingezogen." Magerl schilderte aber auch die alltäglichen Probleme des Neulings und lobte die Arbeit des Landtagspersonals, das der AfD sehr geholfen habe.

Stefan Löw stellte die Ausschussarbeit vor und ging auf die Diskussion um seine Berufsangabe auf dem Wahlschein ein. Der 28-jährige Ex-Bundespolizist ist aus gesundheitlichen Gründen außer Dienst, nach eigenen Worten, weil der Kontakt mit Migranten während der Flüchtlingskrise ihm zugesetzt habe. Dass er dem Wähler die Pensionierung vorenthalten und auf dem Wahlschein hinter "Polizeibeamter" kein "a. D." gesetzt hat, sei rechtmäßig, bekräftigte Löw. Dass die Angabe für seine Wahlaussichten wichtig werden wird, muss Löw geahnt haben. Doppelt habe er das Weglassen abgesichert, berichtete er in Wackersdorf: durch Rückfragen beim Landeswahlleiter und bei der Regierung der Oberpfalz.

Eingangs hatte Bezirksvorsitzender Paulwitz in seinem Rückblick übliche AfD-Schwerpunkte gesetzt. Unter anderem ging er auf die Vorfälle von Amberg ein, die er als mehrstündige "Hetzjagd" nennt. Er zählte einen Syrer zu den Tätern - obwohl spätestens seit 2. Januar bekannt ist, dass drei Afghanen und ein Iraner tatverdächtig sind. Und Paulwitz stellte die Frage, was einem Deutschen passieren würde, der vergleichbares in einer arabischen Stadt tut - obwohl an der Tat kein Araber beteiligt war.

Roland Magerl
Christian Paulwitz (links) bei der Begrüßung.
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