09.03.2021 - 15:28 Uhr
WaldthurnDeutschland & Welt

Josef Forsters Roman bekommt die zweite Luft

Gute Geschichten nutzen sich nicht ab. Aber was sagt ein Autor dazu, dass sein historischer Oberpfalz-Roman Jahrzehnte nach dem ersten Erfolg eine zweite Karriere als E-Book und Hörbuch macht? Oberpfalz-Medien hat Josef Forster gefragt.

Josef Forsters historischer Erfolgsroman "Kienspan & Rockenstube - Die Oberpfalz um 1900" erscheint nun auch als eBook und Hörbuch.
von Anke SchäferProfil

ONETZ: Herr Forster, hätten Sie sich je träumen lassen, dass „Kienspan & Rockenstube“ knapp 20 Jahre nach Erscheinen noch einmal die zweite Luft bekommt?

Josef Forster: Ganz bestimmt nicht! Das Buch wurde zwar in kleinen Stückzahlen über die Jahre hinweg immer wieder mal angefragt, aber mit einer Renaissance des Romans habe ich nicht gerechnet. Vielleicht ist es eine neue Generation, die wieder Spaß an der Oberpfälzer Kultur und der eigenen Vergangenheit hat.

ONETZ: Die Erstveröffentlichung als Fortsetzungsroman im „Neuen Tag“ und der "Amberger Zeitung" ist durch die Decke gegangen: Wie haben Sie das damals erlebt?

Josef Forster: Der Roman lag damals nur als Manuskript vor. Erst die Veröffentlichung im „Neuen Tag“ und der "Amberger Zeitung" und die dadurch entstandene Nachfrage ermutigte mich, das Buch als „Book on Demand“ drucken zu lassen. Nach dem dies bekannt wurde und das Medienhaus den Verkauf unterstützte, wurden wir, meine Frau und ich, förmlich überrannt. Während die eine Auflage noch nicht gedruckt war, bestellten wir schon wieder die Nachlieferung. Mit der Auslieferung, Versand und Verkauf kamen wir kaum nach. Das war zwar anstrengend, aber eine tolle Erfahrung. Letztlich gibt es kein schöneres Gefühl, als wenn die mehrjährige Arbeit auch durch viele Leser und positives Feedback belohnt wird.

ONETZ: Was hat Sie eigentlich dazu inspiriert, den Oberpfälzer Bauernalltag um 1900 mit all seinen Traditionen und Geschichten in einem Buch zu verewigen?

Josef Forster: Schon als Jugendlicher habe ich mir vorgenommen, einmal ein Buch zu schreiben. Zur Oberpfälzer Geschichte habe ich viel gesammelt, gelesen und recherchiert. Was lag also näher, als mich an diesen Stoff zu wagen. Dabei wollte ich das Leben unserer Vorfahren dokumentieren, das wir heute nicht mehr so kennen und gleichzeitig die Oberpfalz mit ihren Menschen lebendig werden lassen. Wichtig war mir die eigenständige Kultur mit allen Facetten in einem positiven Licht darzustellen, weg von den gängigen Klischees wie „herb und rauh“ oder „wortkarg und rückständig“.

ONETZ: Haben die Waidhauser Steffelbauern ein reales Vorbild oder sind sie das fiktive Konglomerat verschiedener Bauernfamilien?

Josef Forster: Der Steffelbauer wäre heute über 150 Jahre alt. Für den Roman habe ich mich unter anderem aus den Sammlungen von Franz Xaver Schönwerth und zum Beispiel dem Physikatsbericht des Landgerichtsarztes Dr. Müller aus Vohenstrauß bedient. Aber auch viele persönliche Gespräche und familiäre Erlebnisse lieferten Details für die Geschichten. Das Anwesen des Steffelbauern entspricht zum Beispiel dem Bauernhof meiner Oma aus Dietersdorf bei Schönsee. Das alte Ehepaar auf dem Buchcover sind meine Urgroßeltern väterlicherseits.

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München

ONETZ: Wie ist es jetzt für Sie, Ihre Geschichte im modernen Gewand von E-Book und Hörbuch zu sehen?

Josef Forster: Das ist ein ganz anderes Medium, an das ich von mir aus nicht gedacht hätte. Es bedarf dazu eines Profis und einer versierten Sprecherin, um Ausdruck und Betonung vorteilhaft zu gestalten. Für mich ist es ein tolles Gefühl, meine Geschichten vertont zu hören, quasi in einer moderneren Dimension.

ONETZ: Mario Weiß und seine Yellow-King-Productions haben dazu das Manuskript überarbeitet. Haben Sie Ihr Werk leichten Herzens aus der Hand gegeben oder war zumindest anfangs ein bisschen Magengrummeln dabei?

Josef Forster: Nach einigen Gesprächen, Lese- und Hörproben hatte ich volles Vertrauen zu Mario Weiß. Inhaltlich ist ja alles erhalten geblieben. Eine gewisse Anpassung an die neuen Medien muss wohl auch sein. Im Übrigen waren wir auch immer im Dialog.

ONETZ: Und was sagen Sie zum Ergebnis?

Josef Forster: Ich finde es sehr gelungen. Mir würde es natürlich gefallen, wenn sich die junge Generation, die ein Hörbuch dem gedruckten Exemplar vorzieht, den Roman wieder entdeckt. Der Yellow-King-Produktion wünsche ich dahingehend viel Erfolg, an dem ich natürlich auch ein bisschen partizipiere.

Info:

Zum Roman

  • Buch "Kienspan&Rockenstube -Die Oberpfalz um 1900" , 294 Seiten, gebunden, Verlag Eckhard Bodner, 19,80 Euro.
  • eBook "Kienspan&Rockenstube -Die Oberpfalz um 1900", Yellow King Productions, voraussichtlich ab 15. März in allen gängigen Shops
  • Hörbuch "Kienspan&Rockenstube -Die Oberpfalz um 1900", Yellow King Productions, voraussichtlich Herbst/Winter 2021 als Download bei Audible, Amazon, BookBeat
Zur Person Josef Forster:
  • Der Autor ist heute 70 Jahre alt.
  • Geboren im Schönseer Land.
  • Aufgewachsen in München und Nürnberg.
  • Beruflich als Verwaltungsleiter in Waldthurn und Waidhaus beschäftigt.
  • Kulturpreis des Landkreises Neustadt/WN für seinen historischen Roman „Kienspan & Rockenstube“

 

 

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