Corona-Modellregion: Weiden, Neustadt und Tirschenreuth im Rennen

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Die Staatsregierung will kommende Woche acht Modellregionen benennen, in denen trotz hoher Corona-Inzidenz vorsichtig gelockert werden soll. Auch der Norden der Oberpfalz möchte sich an dem Versuch beteiligen.

Modell Tübingen als Vorbild: Schlangestehen für einen Schnelltest in der Tübinger Innenstadt. Mit dem Modellprojekt «Öffnen mit Sicherheit» will die Intiatorin, die Tübinger Notärztin Federle, den Menschen während der Pandemie mehr Möglichkeiten eröffnen.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Die beiden Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden wollen als Verbund zur Corona-Modellregion werden. Nach Ostern sind in acht solchen Regionen in Bayern vorsichtige Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen verbunden mit besonderen Sicherheitsmaßnahmen angedacht. Die Auswahl der Regionen erfolgt kommende Woche. "Die Städte werden wir im Gesundheitsministerium anhand bestimmter Parameter auswählen", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Pro Regierungsbezirk soll eine Stadt oder Kreis berücksichtigt werden, aus Oberbayern zwei. Voraussetzung: eine Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner zwischen 100 und 150.

Trotz der Vorgaben bewirbt sich die Nordoberpfalz als Verbund. Der Weidener Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht betont, dass das Konzept der Modellregion auf eine Nordoberpfälzer Initiative zurückgeht. "Wir Mandatsträger aus der Region machten wiederholt auf die besondere Situation in der Grenzregion aufmerksam, die einer besonderen Unterstützung bedarf."

Lockerungen im Kleinen

"Bestimmte Lockerungen funktionieren nur im Kleinen", sagt Rupprecht. Es sei sinnvoll, an vorderster Front die Kombination von Impfung, Schnell- und Selbsttests als Mittel zu vorsichtigen Lockerungen zu erproben. "Mich freut, dass Oberbürgermeister Jens Meyer sofort parteiübergreifend zugestimmt hat."

Man führe bereits zahlreiche Gespräche mit Einzelhändlern und Gastronomen, welches Konzept man umsetzen könne. "Dabei hat der Gesundheitsschutz Priorität, wir sind aber der Überzeugung, ein verantwortbares Konzept auch in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern hinzubekommen."

Dass die Staatsregierung bisher nur Städte als Bewerber in Betracht zieht, hält Rupprecht für kein Ausschlusskriterium: "Ich glaube persönlich, dass das nicht das Ende der Fahnenstange ist." Man werde sicher nicht von Beginn an mit den Lockerungen in großen Regionen beginnen können. "Aber wir wollen beim Einstieg dabei sein." Wenn es nur in einem Teil umgesetzt werde, dann sei das eben der Einstieg in ein dynamisches System.

CSU-Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger, der sich zusammen mit dem Fraktionskollegen Tobias Reiß und Oberbürgermeister Jens Meyer (SPD) für die Berücksichtigung Weidens einsetzt, ist optimistisch: "Die Chancen dafür stehen nicht schlecht." Mit Gesundheitsminister Klaus Holetschek sei er im Austausch, sagt Oetzinger auf Anfrage von Oberpfalz-Medien.

Stadt Amberg mit Landkreis

Die Stadt Amberg werde sich laut einer Sprecherin in Kürze für das Modellprojekt bewerben: "Nach Übereinkunft von Oberbürgermeister Michael Cerny und Landrat Richard Reisinger ist es eine reizvolle Option, gemeinsam mit dem Landkreis Amberg-Sulzbach einen Antrag zu stellen, obwohl dies offenbar nicht vorgesehen ist."

Der Landkreis Wunsiedel bewirbt sich mit allen 17 Städte und Gemeinden als bayerische Modellregion. Dagegen will sich der Landkreis Schwandorf mit Verweis auf die zu hohe Inzidenz laut eines Sprechers nicht bewerben.

Schnelleres Impfen ist Voraussetzung für Lockerungen

Amberg
Info:

Konzept der Modellregion

  • Bayern folgt mit dem Konzept der Modellregion, dem Vorbild Tübingen.
  • An neun Teststationen können die Menschen dort kostenlose Tests machen.
  • Mit einem negativen Ergebnis kommen sie in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen.

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