"Digitaler Campus" für die OTH

Das bayerische Kabinett macht sechs Millionen Euro für die OTH Amberg/Weiden locker. Der Minsterrat schaut bei seiner Sitzung in München auch in die Luft.

Die OTH in Amberg.
von Jürgen UmlauftProfil

Der Ministerrat hat grünes Licht für den weiteren Ausbau der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden gegeben. In seiner Sitzung am Dienstag beschloss er den Aufbau eines Kompetenzzentrums "Digitaler Campus" mit 300 neuen Studienplätzen. Dafür werden 33 zusätzliche Stellen geschaffen und der Sachmitteletat um sechs Millionen Euro aufgestockt. Schwerpunkte des "Digitalen Campus" sollen die Bereiche "Digitale Bildung und Medien", "Ingenieurs-Pädagogik", Informatik und "Intra-Logistik" sein. Die OTH werde damit noch stärker auf Zukunftsthemen ausgerichtet, erklärte Ministerpräsident Markus Söder.
Insgesamt investiert der Freistaat zusätzlich 590 Millionen Millionen Euro in den Hochschulausbau in ganz Bayern. Damit werden landesweit weitere 9400 Studienplätze und 300 Stellen in Forschung und Lehre geschaffen. Man erreiche damit eine noch regionalere Wissenschaftslandschaft, sagte Wissenschaftsministerin Marion Kiechle. Das mit 136 Millionen Euro umfangreichste Einzelprojekt ist der Aufbau einer neuen Fakultät der Universität Bayreuth für "Lebenswissenschaften, Ernährung und Gesundheit" mit bis zu 1000 Studienplätzen am Standort Kulmbach. Dort wird ab 2019 auch ein Landesinstitut für vernetzte Lebensmittelwissenschaften entstehen, das die Verbraucher unter anderem vor Täuschung und Irreführung bei Werbung und Kennzeichnung von Lebensmitteln schützen soll.
Mit einem Grundsatzbeschluss hat der Ministerrat zudem den Startschuss für die "Bayerische Strategie Luftmobilität" gegeben. Mit dieser soll der Freistaat anknüpfend an seine Kompetenzen als Luft- und Raumfahrtstandort zur führenden Region für Forschung, Produktion und Einsatz von Flugtaxis und autonomes Fliegen werden. "Das ist nichts Lächerliches, sonst längst Realität und eine große Chance für Bayern", betonte Söder. Für Forschung und Anschubfinanzierung sollen jährlich fünf Millionen Euro eingesetzt werden.
Konkret will die Staatsregierung in Oberpfaffenhofen bei München ein Testfeld für die Erprobung des autonomen Fliegens einrichten und in Zusammenwirken mit Ingolstadt eine Machbarkeitsstudie für ein bayernweites Flugtaxi-Netzwerk durchführen. Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer erhofft sich von den Technologien nicht nur neue Wege für den Personentransport gerade in Ballungsräumen, sondern auch weltweit Aufträge für in Bayern entwickelte und produzierte Fluggeräte. Ziel sei die globale "Systemführerschaft" in diesem Bereich. Mit seiner Mischung aus etablierten Flugzeugbauern und jungen High-Tech-Startup-Unternehmen verfüge der Freistaat dafür über eine hervorragende Ausgangsbasis, sagte Pschierer.

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