Im Gespräch mit dem Nikolaus

Türchen Nummer 6: Im Adventskalender versteckt sich hinter der Sechs zumeist der Nikolaus. Und auch wir öffnen ihm heute in unserer Vorweihnachtsserie die Tür.

Echt nur mit Bischofsmütze und Stab - der heilige Nikolaus alias Heiner Hagn.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Auf eines legt der Nikolaus alias Heiner Hagn Wert, wenn er zu Kindern kommt: "Ich bin der Heilige Bischof, da kann ich doch nicht böse sein!" So bleibt es allenfalls bei einem etwas strengeren Ton, und auch sein Begleiter, der Krampus oder Knecht Rupprecht, lässt die Rute stecken. Ein Engel vervollständigt das Trio, das im Auftrag des Allgemeinen Rettungsverbandes Weiden (ARV) in der Vorweihnachtszeit Privatleute, aber auch Weihnachtsfeiern, Kindergärten und die Kinderklinik besucht.

2004 schlüpfte der Weidener zum ersten Mal ins weiß-rote Kostüm, setzte sich die Bischofsmütze und eine weiße Perücke auf und legte den falschen Bart an. "Damals hab ich geglaubt, ich mache das nur dieses eine Mal." Stattdessen war Hagn in 15 Jahren nur ein Jahr nicht als Nikolaus unterwegs, als er erkrankte.

Und das, obwohl er sich jeweils den Nachmittag von der Arbeit frei nehmen muss, um die Kinder zu beschenken. Dabei erwartet ihn hinter jeder Tür eine neue Überraschung. "Einmal habe ich erst bei der Familie selbst erfahren, dass sie Amerikaner sind. Da musste ich dann alles auf Englisch vortragen", erinnert Hagn sich und schmunzelt. "Das war schon cool."

Üblicherweise hätten die Eltern "ein bisserl was zusammengeschrieben und das lese ich mir kurz durch". Manche Kinder hätten für den Nikolaus ein Bild gemalt, ein kleines Stück einstudiert oder ein Gedicht gelernt. "Das dauert dann manchmal länger, aber was soll's. Es darf nie das Gefühl entstehen, dem Nikolaus pressiert's aber", betont Heiner Hagn. "Das Schönste ist, wenn man zu den Kindern reingeht und merkt, die haben doch ein bisschen Angst - und wenn man geht, haben sie keine Angst mehr und verabschieden sich sogar mit einem Händedruck vom Nikolaus." In seiner eigener Kindheit machte Heiner Hagn ganz andere Erfahrungen. "Damals ist viel mit Rute und Kette gedroht worden."

Da hat sich zum Glück so einiges geändert. Doch auch der Gabenbringer hat ein paar Wünsche an die Familien: "Sie würden dem Nikolaus eine große Freude machen, wenn bei seinem Besuch nicht der Hund mit im Zimmer ist und dauernd bellt. Der Fernseher sollte bitte auch ausgeschaltet sein."

Hier wird der Nikolaus nämlich sogar mit den Eltern streng, wenn es sein muss. "Wenn sie sich beschweren, dass die Kinder zu viel fernsehen, dann sage ich schon mal, ja liebe Eltern, wisst ihr denn nicht, wo der Ausschalter ist?", erzählt Heiner Hagn.

Auch ohne Perücke und falschen Bart macht Heiner Hagn als Nikolaus schon eine gute Figur.

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