Kriminell-gut wird es am Samstag, 6. Juli in der Max-Reger-Halle: denn die Polizei kommt mit großem Aufgebot. Zumindest fast. Denn es ist das Polizeiorchester Bayern, das auf Einladung von Oberpfalz Medien ein Benefizkonzert zu Gunsten der Aktion „Lichtblicke“ gibt. Die Aktion feiert ihren 25. Geburtstag.
Das Konzert steht unter dem Motto „Filmmusik“, das Repertoire des professionellen sinfonischen Blasorchesters der Bayerischen Polizei schließt sowohl klassische Literatur als auch Arrangements der Jazz- und Filmmusik mit ein. Der Klangkörper spielt an diesem Abend unter der Leitung des Schweizer Nachwuchsdirigenten Daniele Giovannini Werke von Franz von Suppé bis John Williams. Die Kulturredaktion hat sich im Vorfeld mit Professor Johann Mösenbichler, Generalmusikdirektor der Bayerischen Polizei, unterhalten.
www.polizeiorchester-bayern.de
Karten: www.nt-ticket.de
ONETZ: Herr Mösenbichler, Polizei und Musik – wie passt das eigentlich zusammen?
Johann Mösenbichler: Jede Form der Arbeit braucht Kultur, denn Kultur ist der Nährboden unserer Gesellschaft. Die Musik hat bei der Bayerischen Polizei eine lange Tradition. Schon in den 50er Jahren gab es einen Musikzug. Heute ist das Polizeiorchester Bayern ein professionelles sinfonisches Blasorchester, bestehend aus 45 studierten Berufsmusikerinnen und -musikern, die sich als Bindeglied zwischen Polizei und Bürgern verstehen. Mittels Musik möchten wir die Vielfalt der Bayerischen Polizei repräsentieren und Nähe zur Gesellschaft vermitteln. Dafür reisen wir durch ganz Bayern und spielen Benefizkonzerte.
ONETZ: Welche Ausbildung muss man mitbringen, um im Polizeiorchester spielen zu können?
Johann Mösenbichler: Das Polizeiorchester Bayern besteht ausschließlich aus studierten Musikerinnen und Musikern, die also ein Hochschulstudium mit ihrem jeweiligen Instrument abgeschlossen haben müssen. Man muss Profimusiker sein – das ist die Bedingung. Wie bei jedem anderen Profiorchester heutzutage werden offene Stellen international ausgeschrieben. Mittlerweile spielen beim Polizeiorchester Bayern Musikerinnen und Musiker aus zwölf Nationen.
ONETZ: Kommen die Musiker aus ganz Bayern? Wie lässt sich das mit den Proben vereinbaren?
Johann Mösenbichler: Unser Sitz befindet sich in München in der I. Bereitschaftspolizeiabteilung und ein großer Teil des Orchesters wohnt auch in der Umgebung. Manche haben natürlich eine weitere Anfahrt, denn wie bei jedem anderen Arbeitgeber gibt es auch Pendler. Die Probe ist der Dienst und ein essentieller Teil des Berufes als Profimusiker in einem Orchester. Wenn wir nicht auf Konzertreise sind, proben wir.
ONETZ: Wie würden Sie das Repertoire des Polizeiorchesters charakterisieren: Eher U- oder E-Musik oder ist diese Kategorisierung eh längst obsolet geworden?
Johann Mösenbichler: In manchen Köpfen ist diese Art von Kategorisierung noch vorhanden, aber in der Praxis schon lange obsolet geworden. Das Repertoire ist sehr breit gefächert und umfasst originale Kompositionen der symphonischen Blasmusik sowie Bearbeitungen von Ouvertüren, Filmmusik, Musicals und Opernauszügen. Auch zeitgenössische Musik ist mir wichtig und so spielen wir immer wieder auf Festivals, die diese Musik fördern, wie die Nacht der Neuen Musik in München. So wie es komplett unterschiedliche Aufgabengebiete bei der Polizei gibt, so bedienen wir als Orchester der Bayerischen Polizei viele unterschiedliche Musikstile und möchten damit ein breites Publikum ansprechen und begeistern.
ONETZ: Sie spielen am 6. Juli ein Benefizkonzert in Weiden. Wie wichtig ist bei Ihren Auftritten der „gute Zweck“ und warum legen Sie einen Schwerpunkt darauf?
Johann Mösenbichler: Der gute Zweck ist bei unseren Auftritten elementar. Wir spielen jährlich rund 50 Benefizkonzerte zu sozialen, karitativen und kulturellen Zwecken. Für diese Wohltätigkeitsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit Vereinen, Stiftungen sowie Kultur- und Tourismusämtern steht das Orchester dem Veranstalter honorarfrei zur Verfügung. Der Reinerlös kommt einem oder mehreren gemeinnützigen Projekten zu Gute. So erspielt das Polizeiorchester Bayern jährlich knapp eine Viertel Million Euro für gute Zwecke.
ONETZ: An einer Frage kommen Sie nicht vorbei: Der Generalmusikdirektor der Bayerischen Polizei, also der „Chef“, ist – ein Österreicher. Bleibt da auch Zeit für Frotzeleien?
Johann Mösenbichler: (lacht) Selbstverständlich. In beide Richtungen.














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