Karl und Toman: Staatsregierung schafft mehr Probleme als der Wolf

Das lässt Annette Karl nicht auf sich und ihrer SPD sitzen: Rinder-Funktionärin Erika Sauer hatte SPD und Grünen vorgeworfen, Viehhalter beim Thema Wolf im Stich zu lassen. Karl sieht das Problem genau wie Kollegin Anna Toman anderswo.

Der Wolf bleibt Gesprächsthema
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Annette Karl wehrt sich gegen die Darstellung, die SPD würde Viehhalter beim Thema Wolf im Stich lassen. Die Landesvorsitzende des Fleischrinderverbandes, Erika Sauer aus Moosbach, hatte den Abgeordneten von SPD und Grünen nach einer Anhörung im Landwirtschaftsausschuss vorgeworfen, sie würden Weidetierhalter nicht genug unterstützen, wenn es um den Abschuss von Problemwölfen geht.

Erika Sauer und Christoph Skutella zum Thema Wolf

Moosbach

Karl betont, die SPD setze sich seit langem für die Belange der Viehhalter ein, strebe aber auch eine Versachlichung der Diskussion an. Ein Blick auf die Schadenszahlen zeige, dass der Wolf in Bayern vergleichsweise wenig Probleme verursache. 2018 waren 3780 Euro an Ausgleichszahlungen nötig. Seit 1997 summiert sich der Betrag auf 5490 Euro. Im selben Zeitraum verursachte der Luchs 9200 Euro Schaden.

Karl sieht die Staatsregierung als Problemverursacher. Sie habe es versäumt, Viehhaltern zu helfen, sich auf die wachsende Wolfspopulation vorzubereiten. Zwar gebe es einen Fonds für Präventionszahlungen. Der Freistaat habe aber etwa in den Jahren 2015 und 2016 keinen Cent daraus ausgezahlt, damit sich Viehhalter besser vor Wolfsangriffen schützen könnten. Die Förderrichtlinie zum Herdenschutz sei trotz längerer Bearbeitungszeit immer noch nicht veröffentlicht. Dagegen handle die SPD, wo sie kann, stellt Karl mit Verweis auf Bundesumweltministerin Svenja Schulze klar. Die SPD-Ministerin hatte zuletzt für einen niedrigeren Schutzstatus für den Wolfs geworben, um schneller handeln zu können, wenn einzelne Wölfe zum Problem werden. "Das ist genau das, was Frau Sauer fordert", sagt Karl.

Ähnlich fällt die Reaktion der Grünen-Abgeordneten Anna Toman aus: "Wir Grüne sind für den Erhalt der Weidehaltung, aber auch für den Schutz des Wolfes", schreibt sie in einer Mitteilung. Auch Toman sieht das Problem derzeit vor allem in München liegen: "Mögliche Lösungen werden von der Staatsregierung seit Jahren nicht angegangen, das Nichtstun der Staatsregierung verschärft die Konflikte und lässt die Weidetierhalter mit ihren Problemen alleine."

Annette Karl
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