Kindertagesstätten: Belegung wird "dichter"

Im September beginnt in Bayern nicht nur ein neues Schuljahr, sondern auch ein neues Betreuungsjahr in Kindertagesstätten und Kindergärten. Eigentlich hat jedes Kind einen Rechtsanspruch auf einen Platz. In Schwandorf gibt es Wartelisten

In Oberpfälzer Kitas bekommt jeder einen Platz für sein Becherchen. Nur vereinzelt gibt es Wartelisten.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Doch das ist reine Theorie - vor allem in Ballungsräumen. Dazu zählt in der Oberpfalz auch Regensburg. Laut einer Umfrage der Deutschen Presse Agentur dpa bekommen nach Angaben einer Stadtsprecherin dort alle angemeldeten Kinder einen Platz, wenn auch nicht alle in ihren Wunscheinrichtungen. Allerdings sei die Belegung "dichter" geworden: Die Eltern buchten täglich mehr Stunden für ihre Kinder und die Kleinen werden tendenziell in jüngerem Alter abgegeben.

In der Stadt Sulzbach-Rosenberg wird zum 1. Oktober eine neue Kindergarten- und eine neue Kinderkrippengruppe eröffnen, da der Bedarf enorm sei, teilt Martin Renner, stellvertretender Leiter der Finanzverwaltung, mit. "Wir haben nun 500 Kinder über 3 und knapp 160 Kinder unter 3 Jahren. Mit den neu geschaffenen Plätzen bringen wir alle unter." Ohne die Eröffnung der zusätzlichen Gruppen hätten 35 Kinder keinen Platz erhalten. "Waren noch vor einigen Jahren Buchungszeiten bis 5 Stunden täglich üblich, werden jetzt die Buchungszeiten auf bis zu 8 oder 9 Stunden ausgedehnt."

In der Stadt Schwandorf gibt es derzeit 797 Kindergartenplätze und 96 Krippenplätze, teilt Pressesprecher Lothar Mulzer mit. Das reicht leider nicht aus: 33 Kindergarten- und 22 Krippenkinder stehen auf Wartelisten. Im Juli beschloss die Große Kreisstadt daher, weitere Plätze bereitzustellen: fünf Kindergartengruppen mit je 25 Betreuungsplätzen, womit eine Versorgungsquote von 100 Prozent angestrebt wird, sowie weitere fünf Kinderkrippengruppen mit je 12 Betreuungsplätzen.

In der Stadt Amberg, teilt Thomas Graml von der Abteilung Marketing und Kommunikation mit, seien momentan 56 Tagespflegeplätze, 264 Krippenplätze und 1064 Kindergartenplätze bewilligt. "Mütter fangen früher wieder zu arbeiten an, daher ist der Bedarf an Krippenplätzen gestiegen und wird vermutlich weiter zunehmen", sagt Graml. Dazu komme eine steigende Geburtenrate. Die gesetzlichen Anforderungen an den Personalschlüssel würden eingehalten, größtenteils bestehe aber wenig Puffer, und auch der Fachkräftemangel mache sich bemerkbar. Gramls Fazit lautet daher: "Ein weiterer Ausbau muss erfolgen."

In Tirschenreuth liegt laut Pressesprecher Mirko Streich die Auslastungsquote des städtischen Kindergartens "Kunterbunt" auch im neuen Betreuungsjahr bei 100 Prozent. Aktuell verfüge der Kindergarten über 95 Kindergarten- und 45 Krippenplätze. Da sich gegenüber früher sowohl die Betreuungsstruktur verändert habe - unter anderem blieben viel mehr Kinder nun auch über Mittag in der Einrichtung - als auch für die kommenden Jahre bereits über 50 Neuanmeldungen vorliegen, baue die Stadt Tirschenreuth einen weiteren Kindergarten. "Dies hat der Stadtrat in einer seiner letzten Sitzungen entschieden", sagt Streich.

In der Stadt Weiden gibt es derzeit 12 Krippen mit insgesamt 225 Plätzen und 18 Kindergärten mit insgesamt 1222 Plätzen, teilt Pressesprecher Norbert Schmieglitz mit. Sowohl für Krippen- als auch für Kindergartenkinder seien noch Plätze frei. Allein in den vergangenen zwei Jahren habe die Stadt 60 Betreuungsplätze für Krippenkinder und 87 Betreuungsplätze für Kindergartenkinder neu geschaffen. "Darüber hinaus bieten auch Tagesmütter noch Plätze an." 2019 entstehe im Stadtteil Rothenstadt außerdem eine neue zweigruppige Krippe für insgesamt 24 Kinder.

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