Kommentar: Senioren kämpfen gegen zwei tödliche Viren

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Zwei Leser schildern suboptimale Bedingungen ihrer Angehörigen in Seniorenheimen in der nördlichen Oberpfalz. Die Träger der Heime widersprechen. Dennoch zählen die Senioren zu den Verlierern der Krise, kommentiert Redakteur Fabian Leeb.

Sozialer Kontakt ist für Senioren überlebenswichtig.
von Fabian Leeb Kontakt Profil
Kommentar

Bei all den Lobeshymnen ob des erfolgreichen deutschen Wegs durch die Pandemie, hat die Coronakrise bislang auch zwei große Verlierer provoziert: Die Ältesten und die Jüngsten der Gesellschaft, Senioren und Kinder. Während Letztere zunehmend unter dem fehlenden Austausch mit Gleichaltrigen in Kitas, Kindergarten oder Schule leiden, schlägt bei den Senioren die weitgehende Isolation aufs Gemüt. Als Hochrisikogruppe gilt ihnen besonderer Schutz, zugleich sollen soziale Kontakte Vereinsamung und Tristesse entgegenwirken.

Dieses Vabanquespiel ist kaum zu gewinnen - zumindest nicht, ohne einen lebenserhaltenden Faktor zu vernachlässigen. Quarantäneartiger Schutz vor einer Corona-Infektion beschleunigt ein dementes und seniles Dasein. Soziale Kontakte, ganz egal, ob zu Angehörigen oder etwa Heim-Mitbewohnern, erhöhen das Risiko, sich das Virus einzufangen.

Hier geht's zum Situationsbericht in Seniorenheimen in der nördlichen Oberpfalz.

Tirschenreuth

Das Bemühen und die Konzepte der Seniorenheime, auf der Basis staatlicher Vorgaben, klingen in der Theorie als goldener Mittelweg aus genügend Schutz mit wenigen sozialen Kontakten durchaus vernünftig. Ob die Umsetzung in der Praxis aber auch immer wie vorgesehen erfolgt, daran sind nach den glaubhaft geschilderten Situationen einzelner NT/AZ-Leser durchaus Zweifel angebracht. So kämpfen Senioren aktuell gleich gegen zwei mitunter tödliche Krankheiten: das Corona- und das Isolationsvirus.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.