Ich war definitiv viel zu jung, als ich meinen ersten Horrorfilm geschaut habe. Immer, wenn mich jemand danach fragt, warum ich die „Scream“-Filme von Wes Craven so sehr liebe, antworte ich, dass es Filme aus meiner Kindheit seien. Der erste Teil ist – je nach Version – allerdings ab 16 oder 18 Jahren freigegeben und somit nichts für Teenager.
Verständlicherweise konnte ich als Kind nicht schnell einschlafen, wenn ich mir einen Horrorfilm reingezogen hatte. Ich hatte Angst vor gruseligen Masken, davor, dass sich Monster in meinem Schrank verstecken oder dass ein Geist aus einem Bildschirm steigt. Heute ist das anders: Ich bin 32 Jahre alt und liebe Horrorfilme. Es ist nicht nur der Nervenkitzel, der mich reizt. Viele Filme, die in den vergangenen Jahren erschienen sind, sind kreativer geworden, erzählen eine emotionale Geschichte, haben gutes Schauspiel und lassen andere Genres wie Komödie oder Drama einfließen. Horrorfilme sind nicht nur ein „reines Abschlachtfest“, sondern können auch filmische Kunstwerke sein.
Da gibt es zum Beispiel den Film „Bring Her Back“ aus dem Jahr 2025, bei dem eine Mutter auf tragische Weise ihre Tochter verloren hat und sie mit einem „dämonischen Ritual“ zurückholen möchte. Der Film hat seine grausamen und blutigen Momente, wie man es in einem Horrorfilm erwartet. Er ist aber gleichzeitig auch Drama und thematisiert den Verlust eines geliebten Menschen. Oder „Blood and Sinners“, ebenso aus dem Jahr 2025, der sogar mehrere Oscars abstauben konnte. Es ist ein Vampirfilm, aber gleichzeitig auch Musikdrama mit einem wunderbaren Soundtrack.
Mein Lieblingsfilm ist und bleibt aber wohl „Das Schweigen der Lämmer“ von Jonathan Demme. Der zeitlose Klassiker aus dem Jahr 1991 ist eine Mischung aus Psychothriller und Horror. Die ständige Gefahr im Film zeigt sich dabei nicht durch irgendwelche Geister, Dämonen oder Monster, sondern dadurch, dass auch in einem Menschen viel Böses stecken kann.
Und natürlich freue ich mich immer, wenn die „Scream“-Filmreihe weitergeht. Nach Teil 7, der in diesem Jahr in den Kinos war, habe ich immer noch nicht genug von dem Mörder mit der weißen Gruselmaske – auch deshalb, weil ich mittlerweile danach beruhigt einschlafen kann.
OTon
Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

















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