Weiden in der Oberpfalz
12.02.2020 - 18:02 Uhr

Online-Handel: Wir brauchen kleine Gebühren für Retouren

Unser Konsum muss nachhaltiger werden, findet Maria Oberleitner. Ihr geht die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetz nicht weit genug - sie fordert eine Beteiligung der Kunden an den Kosten für Retoure-Pakete.

Kommentar von Maria Oberleitner
Mit den Gesetzesplänen des Bundesumweltministeriums soll der "Trend zum Wegwerfen funktions- und gebrauchsfähiger Ware" gestoppt werden. Nach Angaben des Ministeriums nimmt die Vernichtung von Retour- und Überhangware sowohl im Online-Handel als auch im stationären Handel zu. Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Mit den Gesetzesplänen des Bundesumweltministeriums soll der "Trend zum Wegwerfen funktions- und gebrauchsfähiger Ware" gestoppt werden. Nach Angaben des Ministeriums nimmt die Vernichtung von Retour- und Überhangware sowohl im Online-Handel als auch im stationären Handel zu.

Es ist fraglich, ob das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz zielführend ist - oder für die Händler nur mehr Bürokratie bedeutet. Jeder Händler wird - schon aus Eigennutz - versuchen, die Retouren möglichst gering zu halten. Trotzdem ist jedes Gesetz, das dazu führt, dass keine neuen Produkte mehr auf dem Müll landen, zu befürworten. Es darf nicht sein, dass es günstiger ist, Ware zu vernichten, als sie zu spenden - und zwar, weil eine solche Spende der Umsatzsteuer unterliegt. Diese abzuschaffen, würde uns also schon einen Schritt weiterbringen. Ja, es ist sinnvoll, vom Handel Zugeständnisse einzufordern - zum Beispiel zum Thema Verpackung. Für den Online-Handel wären Mehrwegverpackungen oder wiederverwendbare Taschen eine Möglichkeit. Aber nicht nur der Handel muss sich ändern, sondern auch die Gesellschaft. Unser Konsum muss nachhaltiger werden. Wir müssen weg vom Wegwerfen, hin (oder zurück?) zum Reparieren, Recyceln, Wiederaufbereiten. Wir müssen umdenken. Mehr Retouren bedeuten mehr Pakete, also auch mehr Verkehr - andernorts versuchen wir genau, jenen zu verhindern. Deshalb sollte man in Erwägung ziehen, Kunden an den Kosten der Retoure zu beteiligen. Es ist unbequem und teuer - würde aber die Online-Shopper vielleicht beim Blick in ihren Einkaufswagen daran erinnern, dass sie das eine oder andere Teil sowieso zurückschicken werden. Eine solche kleine "Bestrafung" könnte letztendlich sogar dazu führen, den Einzelhandel wieder attraktiver zu machen.

Schwandorf22.08.2019
 
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