Weiden in der Oberpfalz
11.02.2025 - 17:36 Uhr
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Prozess um Gruppenvergewaltigung: Viele Indizien, wenig Belege

Mehrere Polizisten und Verwandte haben am Dienstag im Prozess um zwei mögliche Gruppenvergewaltigungen im Kreis Neustadt/WN ausgesagt. Eindeutige Beweise gibt es nicht, wohl aber eine Menge Indizien. Am Mittwoch soll ein Urteil fallen.

Kurze Aufregung vor Prozessbeginn am Dienstag. Einer der beiden Angeklagten protestiert heftig gegen die anwesenden Journalisten, die Fotos und Filmaufnahmen gemacht haben. Bild: Wolfgang Würth
Kurze Aufregung vor Prozessbeginn am Dienstag. Einer der beiden Angeklagten protestiert heftig gegen die anwesenden Journalisten, die Fotos und Filmaufnahmen gemacht haben.

Auch der Dienstag hat im Prozess um zwei mögliche Gruppenvergewaltigungen im Kreis Neustadt/WN Indizien geliefert - den klaren Beweis gab es erneut nicht. Neben einer Tante eines der drei Opfer und mehrerer Polizisten sagte zudem eine 35-jährige Frau bereits zum zweiten Mal. Auch sie soll Opfer der beiden angeklagten Syrer sein. Die zweite Aussage war wegen eines krankheitsbedingten Wechsels bei der Verteidigung des 20-jährigen Angeklagten nötig.

Während das mutmaßliche Opfer nicht öffentlich aussagte, berichteten weitere Zeugen vor Zuhörern, wie die mutmaßlichen Opfer die Tat geschildert hatten. Polizisten erklärten, dass insbesondere die Mädchen glaubwürdig aufgetreten seien. Es sei kein Belastungseifer erkennbar gewesen.

Demnach seien die 14-Jährigen freiwillig zum flüchtig bekannten 22-jährigen Angeklagten gekommen. Ein lockeres Beisammensein habe sich dann in den blanken Horror verkehrt, als die Männer die Mädchen missbrauchten, obwohl diese sich wehrten und mehrfach auf ihr junges Alter hinwiesen.

Falsche Angaben hatten die Mädchen zunächst zum Aufeinandertreffen gemacht. Sie gaben an, in die Unterkunft gezwungen worden zu sein. Später sagten sie, es sei ihnen peinlich gewesen, freiwillig fünf Kilometer zum Treffen gelaufen zu sein.

Das 35-jährige Opfer stand mit den Mädchen in Kontakt, bevor die Polizei eingeschaltet war. Sie soll kurz vor den Mädchen Opfer der Angeklagten geworden sein. Auch sie habe deren Nähe freiwillig gesucht. Ein Polizist sagte, die Frau habe angegeben, die Annäherung des älteren Angeklagten zunächst erwidert zu haben. Weil aber auch der zweite Mann anwesend war und zudringlich wurde, habe sie sich gewehrt. Danach sei sie mit Gewalt zum Sex gezwungen worden.

Erfahren habe die Polizei davon zunächst aus dem Chat auf den Telefonen der Mädchen. Die Opfer kannten sich über den Sohn der Frau, der so alt ist wie die Mädchen.

Die Polizei bestätigte aber auch, dass bei der Spurensicherung weder Fingerabdrücke noch DNA gefunden wurde, die sich hätte verwenden lassen. Faktisch gebe es keinen Beleg, dass es zum Geschlechtsverkehr gekommen ist. Allerdings gab der Leiter der Unterkunft bei der Polizei an, dass der ältere Angeklagte ihm gegenüber damit geprahlt habe, dass er und sein Freund an dem Wochenende gemeinsam Sex mit drei Frauen hatte.

Am Mittwoch steht nun noch das psychiatrische Gutachten und eine Erklärung des Jugendamts an. Außerdem bat Verteidiger Matthias Haberl, die Smartphones der Angeklagten als Beweise einzuführen. Darauf gebe es Bilder, die belegen, dass es auch nach dem vermeintlichen Tattag noch Austausch zwischen der 35-Jährigen und dem älteren Angeklagten gegeben hat. Außerdem seien auf dem Handy Fotos abgespeichert, die weitere Details der Aussage der Frau widerlegen könnten.

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