Weiden in der Oberpfalz
31.01.2019 - 15:01 Uhr

Stickoxide: Oberpfalz fast ganz sauber

Stickoxide in städtischer Luft beherrschen die Schlagzeilen. Wenn man die Werte der vier Oberpfälzer Messstationen im Jahr 2018 betrachtet, stellt sich die Frage: Wieso?

Ein qualmender Auspuff : In der Oberpfalz ging die Belastung durch Stickstoffdioxid auch 2018 zurück Bild: agentur_dpa
Ein qualmender Auspuff : In der Oberpfalz ging die Belastung durch Stickstoffdioxid auch 2018 zurück

Die Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase bleibt in 35 deutschen Städten höher als erlaubt. Die Oberpfalz ist nicht betroffen. Im Jahr 2017 überschritten noch 65 Städte den EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2), teilte das Umweltbundesamt (UBA) am Donnerstag mit. Allerdings sei die Auswertung noch nicht bei allen Messstationen abgeschlossen.

Die höchste Belastung laut UBA hatte 2018 Stuttgart mit 71 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft. Auf dem zweiten Platz liegt die Landshuter Allee in München mit 66 Mikrogramm. Weitere Überschreitungen gab es in Bayern in der Von-der-Thann-Straße in Nürnberg (46) und in der Augsburger Karlsstraße (43). Die Grenze liegt bei einem Durchschnittswert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Regensburg lag 2018 mit 37 knapp darunter, 2017 waren es noch 41.

Noch deutlicher ist die Unterschreitung des seit 2010 geltenden Werts bei den restlichen Oberpfälzer Messpunkten: Weiden kommt in der Nikolaistraße auf einen NO2-Jahresmittelwert von 24. In der Wackersdorfer Straße in Schwandorfer sind es 20, in Tiefenbach im Landkreis Cham nur 6 Milligramm pro Kubikmeter Luft.

Kurzzeitig wurden jedoch deutlich höhere Werte erreicht, die als Stundenwert zulässigen 200 Milligramm Feinstaub pro Kubikmeter bayernweit aber nur einmal gerissen: In der Landshuter Allee in München wies die Messstation am 31. Juli von 20 bis 21 Uhr eine Belastung von 207 Milligramm aus. Auch hier bleibt die Oberpfalz deutlich zurück. In Regensburg lag der Höchstwert im September bei 155 Milligramm. Der Stundenspitzenwert in Weiden lag ebenfalls im September bei 104, in Schwandorf im Februar bei 83. Im selben Monat erreichte die Messung in Tiefenbach für eine Stunde eine Marke von 62, höher war der Wert dort nie.

Der Sprecher des bayerischen Landesamt für Umwelt, Claus Hensold, bestätigt, dass der Trend zur saubereren Luft auch 2018 anhält, die Belastung sei weiter rückläufig. Zum Beleg: 2008 lag der Jahreswert in der Landshuter Allee in München noch bei 85. "Das liegt vor allem am technischen Fortschritt, an neuer Filtertechnik, aber auch an neuen Auflagen wie Tempolimits", erklärt Hensold, der zudem darauf hinweist, dass Feinstaub in Bayern anders als Sticksoffdioxid kaum mehr eine Rolle spielt. "Seit 2012 gab es keine einzige Grenzwertüberschreitung."

Trotz dieser Nachrichten warnen Experten weiter und fordern mehr Anstrengungen für saubere Luft. "Mit den derzeitigen Maßnahmen dauert es einfach zu lange, bis wir überall saubere Luft haben", sagte die Präsidentin des Bundesumweltamts, Maria Krautzberger. NO2 in Städten stammt zu einem großen Teil aus Diesel-Abgasen. Damit werden auch erste Fahrverbote in Städten begründet. In Hamburg wurden schon im vergangenen Jahr Straßenabschnitte für ältere Diesel gesperrt, in Stuttgart sind sie seit dem Jahreswechsel aus dem ganzen Stadtgebiet verbannt.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.