Tests für Pflegepersonal: Von der Arbeit direkt zum Friseur

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Corona-Tests für Klinikpersonal können den Getesteten Zugang zu Geschäften und Friseursalons verschaffen. Doch nicht alle Einrichtungen in der Region wissen von dieser Regel.

Ein negativer PCR-Test am Arbeitsplatz kann für Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen Erleichterungen im Alltag bringen.
von Julian Seiferth Kontakt Profil

Durch den Arbeitgeber ausgestellte Bescheinigungen über einen negativen Corona-Test sind in den meisten Fällen nicht für den Eintritt in Ladengeschäfte geeignet. Das erklärt ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums auf Anfrage. Pflegeeinrichtungen, Kliniken oder Krankenhäuser dürften dagegen ihren Mitarbeitern Bescheinigungen ausstellen, die auch außerhalb des Hauses gelten - aufgrund der Erfahrung der Einrichtungen mit den Tests. Die Frage nach Arbeitgebertests für den Alltag an sich werde momentan auf Bundesebene diskutiert.

Die Testangebotspflicht für Arbeitgeber aus der Bundesnotbremse gilt auch in Bayern. Wer nicht von zuhause arbeiten kann, muss mindestens zweimal wöchentlich einen Test angeboten bekommen, so der Ministeriumssprecher. Beschaffung und Kosten liegen beim Arbeitgeber. Über die Art der Tests macht die Arbeitsschutzverordunung keine Angaben, die meisten Arbeitgeber greifen laut Ministerium aber wohl auf Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung zurück.

Testpflicht für Risikogruppen

Das Barmherzige Brüder Krankenhaus St. Barbara Schwandorf beschäftigt derzeit nach eigenen Angaben rund 850 Mitarbeiter. Allen Angestellten werde seit über einem halben Jahr an jedem Werktag ein Testangebot unterbreitet, freiwillig und mit PCR-Tests, sagt Pressesprecherin Marion Hausmann. Eine Testpflicht gibt es für Mitarbeiter mit erhöhtem Gesundheitsrisiko, auch die bereits seit Monaten und in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Hausmann vertraut den PCR-Tests, nennt sie den "Gold-Standard zum Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion".

Da das Impfangebot an die Beschäftigten freiwillig ist, sei die Impfquote im Haus schwer nachzuvollziehen. Durch die Klinik selbst wurden bislang allein 60 Prozent der Belegschaft geimpft. "Wir wissen, dass zusätzlich eine weitere Anzahl von Angestellten Impfangebote von Impfzentren oder niedergelassenen Haus- und Fachärzten wahrgenommen hat." Einen Test-Nachweis könnten Beschäftigte durch die Corona-Warn-App digital erhalten, in Ausnahmefällen auch von der Hygiene-Abteilung im Haus. Die nachgewiesenen Tests in der App könnten theoretisch auch außerhalb des Hauses genutzt werden. Ob das erlaubt ist, wie das Gesundheitsministerium bestätigt, könne sie nicht sagen.

Sicherer ist man sich bei den Kliniken Nordoberpfalz. Die rund 1000 Mitarbeiter, die dort wöchentlich getestet werden, könnten die Ergebnisse auch für private Zwecke nutzen, erklärt Pressesprecher Michael Reindl. Getestet wird, wer einen Termin in einer der extra geschaffenen Mitarbeiterabstrichstellen vereinbart. Das Angebot ist kostenlos und gilt auch für sogenannte patientenferne Mitarbeiter, beispielsweise die in der Verwaltung. Eine Ausnahme bilden die patientennahen Bereiche wie die Pflege, für die Testzeitpunkte vorgegeben werden. Je nach Einsatzbereich wird hier ein- oder mehrmals wöchentlich oder alle zwei Wochen einmal abgestrichen.

Regelung für Geimpfte

Geimpft wurden nach eigenen Angaben inzwischen standortübergreifend mehr als 1800 Mitarbeiter, also fast alle, die sich für eine Impfung angemeldet hatten. Ungefähr 300 von ihnen warten noch auf die Zweitimpfung. Pressesprecher Reindl geht davon aus, dass die Impfquote in den Häusern durch Impfungen bei Hausärzten oder Impfzentren bereits deutlich höher ist als bisher bekannt. Rund 2750 Angestellte arbeiten für die Kliniken Nordoberpfalz, zu denen unter anderem das Klinikum Weiden und die Krankenhäuser Kemnath und Tirschenreuth gehören.

Im Klinikum St. Marien Amberg könne sich jeder der 1952 Mitarbeiter freiwillig zum Test melden, sagt Pressesprecherin Sandra Dietl. Regelmäßige Tests gibt es für alle Angestellten mit erhöhtem Infektionsrisiko wie Pfleger in der Notaufnahme. Eine Testpflicht gilt für diejenigen, die nicht geimpft sind und in Risikobereichen eingesetzt werden. Einen negativen Test bescheinigt das Klinikum auch für die Nutzung im privaten Bereich.

Rund 1470 Mitarbeiter sind laut Dietl bereits geimpft, das entspricht ungefähr 75 Prozent. "Nach aktuellen Beschlüssen der Bayerischen Staatsregierung werden Geimpfte negativ Getesteten gleich gestellt. Diese neue Regelung wird auch vom Klinikum so umgesetzt."

Zum Thema: Dafür gilt der Test vom Arbeitsplatz in der Pflege

Amberg

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.