Trassenverlauf für den Süd-Ost-Link festgezurrt

Die Bundesnetzagentur hat den Stromtrassenkorridor für den Abschnitt Hof-Schwandorf jetzt verbindlich festgelegt. Viele Menschen sind enttäuscht: Nur über zehn Kilometer wird die Trasse mit der Autobahn A93 gebündelt.

Keine Stromtrasse an der A93: Aus der Autobahn-Trasse wird wohl nichts.
von Agentur DPAProfil

Kabelsalat Süd-Ost-Link: Stimmen zur Entscheidung der Bundesnetzagentur

Weiden in der Oberpfalz

Die Bundesnetzagentur hat den Trassenkorridor für die Starkstromleitung "Süd-Ost-Link" festgelegt. Er verlaufe ab Hof östlich von Marktredwitz und Weiden bis nach Schwandorf, teilte sie am Mittwoch mit. "Das ist ein wichtiger Fortschritt beim Netzausbau", betonte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Betroffene Landkreise und Kommunen kündigten an, gegen die Entscheidung zu klagen. "Wir sind gewappnet", sagte Rechtsanwalt Wolfgang Baumann, der den Landkreis Wunsiedel und die Stadt Schwandorf vertritt. Die Trasse sei nicht notwendig. "Das kommt viel zu spät für den Atomausstieg", sagte er. Die letzten Kernkraftwerke sollen 2022 abgeschaltet werden, der Strom soll nach Angaben von Tennet Ende 2025 fließen.

Eine Fertigstellung im Jahr 2030 sei vielleicht realistisch, meinte Dörte Hamann, Sprecherin des Aktionsbündnisses gegen die Südost-Trasse. "Ich denke, das wird ein neuer Berliner Flughafen." Den Planern gehe die Zeit aus, die genauen Kosten seien unklar. Momentan geht der Netzbetreiber nach eigenen Angaben von fünf Milliarden Euro aus, die der Verbraucher über die Stromrechnung trägt.

"Das ist ein schlimmes Weihnachtsgeschenk für die Region und die Landschaft", sagte Richard Mergner, Vorsitzender des Bund Naturschutz Bayern, über den 137 Kilometer langen und bis zu 1000 Meter breiten Abschnitt. Wenn eine solche Leitung tatsächlich notwendig sein sollte, solle sie zumindest entlang der A 93 gebaut werden.

Nach den Plänen der Bundesnetzagentur führt der "Süd-Ost-Link" nur zehn Kilometer entlang der Autobahn. "Unseres Erachtens nach sind damit die Bündelungsoptionen keineswegs ausgeschöpft", findet der Hofer Landrat Oliver Bär. Anfang Dezember teilten die Netzbetreiber mit, dass Gleichstromerdkabel mit einer Spannungsebene von 525 Kilovolt verwendet werden sollen. Damit müssen nur noch zwei anstatt vier Leitungen verlegt werden, sagte der Landrat. Eine Bündelung entlang der Autobahn sei daher "nahezu überall" möglich, der Bau neuer Leitungen quer durch den Landkreis unnötig.

Hintergrund:

Die nächsten Schritte zum Süd-Ost-Link

Nach Abschluss der Bundesfachplanung folgt das Planfeststellungsverfahren. In diesem Genehmigungsschritt werden der genaue Leitungsverlauf innerhalb des 500 bis 1000 Meter breiten Trassenkorridors und die technische Umsetzung der Stromleitung festgelegt. Tennet habe den Antrag auf Planfeststellung parallel zum Bundesfachplanungsverfahren vorbereitet und dürfte diesen in Kürze einreichen. „Die Energiewende wird ohne einen zügigen Ausbau des Stromnetzes nicht gelingen“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die geplante Leitung verläuft von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt nach Isar in Bayern. Das Vorhaben sei erforderlich, weil es durch den massiven Zubau erneuerbarer Energien in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt zu Engpässen beim Stromtransport nach Bayern kommen würde. Für den Abschnitt Eisenberg – Hof wurde der Trassenkorridor bereits im Oktober festgelegt.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.