Weidener entdeckt iranische Raketenanlage

Drei Wissenschaftler aus dem kalifornischen Monterey haben im Frühjahr eine Raketenforschungseinrichtung in der iranischen Wüste entdeckt. Einer der Enthüller stammt aus Weiden.

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Weiden/Monterey. Im Frühjahr diese Jahres untersuchte eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Monterey in Kalifornien iranische TV-Berichte die iranische Militärtechniker feierten. Das brachte die Forscher, darunter der Weidener Fabian Hinz, auf die Spur einer geheimen, in der iranischen Wüste versteckten Raketenforschungsanlage.

Diese Einrichtung, deren Aufbau vom verstorbenen General Hassan Tehrani Mghaddam geleitet wurde, soll bis heute in Betrieb sein - und so die Meinung weiterer Waffenexperten, sie soll der Entwicklung von Langstrecken-Raketen dienen, berichtet die amerikanische Tageszeitung "New York Times" bereits im Mai. Damit würde Iran zwar nicht gegen das Atomabkommen verstoßen, aber derartige Raketen würden das Land in die Lage versetzen, Europa und auch die USA zu bedrohen. Ein solche Entdeckung ist Wasser auf die Mühlen von US-Präsident Donald Trump. Zumal Trump Anfang Mai aus dem Atomabkommen mit Iran ausgestiegen ist und neue Sanktionen gegen den Iran angekündigt hat.

Derzeit versuchen die Europäer, den Atomdeal mit dem Regime in Teheran zu retten. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China hatten im Jahr 2015 mit den USA und dem Iran das Atomabkommen ausgehandelt. Es sieht vor, dass der Iran sein Atomprogramm zurückfährt und überwachen lässt. So soll Teheran am Bau einer Atomwaffe gehindert werden. Im Gegenzug wurde Iran der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen versprochen.

Hinweise auf verstecktes iranisches Raketenprogramm gefunden

Der 29 Jahre alte Hinz gehört zur dreiköpfigen Gruppe der Wissenschaftler des "James Martin Center for Nonproliferation Studies" in Monterey, die die Hinweise auf das versteckte iranische Raketenprogramm fanden. Nach dem Abitur im Jahr 2008 am Kepler-Gymnasium in Weiden studierte der Oberpfälzer Politikwissenschaft und Islamwissenschaften an der Universität Freiburg und der Universität Isfahan. Anschließend absolvierte er sein Masterstudium der Internationalen Beziehungen an der Freien Universität Berlin, der Humboldt Universität zu Berlin, der Universität Potsdam und der American University of Beirut.

Danach arbeitet Hinz im Bundestag, in der Deutschen Botschaft in armenischen Eriwan, sowie in der Zentrale des Auswärtigen Amtes und bei der Konrad-Adenauer-Stiftung im Libanon. Im Jahr 2017 war Forschungsstipendiat bei der Mercator-Stiftung, wo er sich mit den Herausforderungen für das Nichtverbreitungsregime von ABC-Waffen im Nahen Osten beschäftigte. Nicht mit diesem Thema aber mit der Forschung zum Iran wurde er nun in Fachkreisen weltberühmt

Mehr über Fabian Hinz bei der Stiftung Mercator finden Sie hier.

Die New York Times über Fabian Hinz und seine Entdeckung.

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