Weiden in der Oberpfalz
19.12.2018 - 13:10 Uhr

Ein Wunsch bleibt unerfüllt

Es klingt toll, ist aber nicht wahr: Ein Wünschewagen für die Oberpfalz. Der Arbeiter Samariter Bund erklärt, wie die Falschmeldung zustande gekommen ist und weshalb sich die Oberpfalz trotzdem nicht ärgern muss.

Der reale Wünschewagen des Arbeiter Samariter Bundes. Er versorgt Franken und die Oberpfalz Bild: ASB
Der reale Wünschewagen des Arbeiter Samariter Bundes. Er versorgt Franken und die Oberpfalz

Die schlechte Nachricht: Anders als vergangene Woche in unserer Zeitung geschrieben, wird es auf absehbare Zeit keinen eigenen Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) für die Oberpfalz geben. Die gute: Schon ab Februar steht ein Wagen bereit, der auch Oberpfälzer Schwerstkranken einen letzten Wunsch erfüllt, für den eine Fahrt oder Reise nötig ist.

Dass es die falsche Nachricht trotzdem in die Öffentlichkeit geschafft hat, hängt mit einem überambitionierten Spendensammler zusammen. Der Mann war im Auftrag des ASB Regensburg in der Nordoberpfalz unterwegs und berichtete an Haustüren von erfundenen Plänen zur Anschaffung des Oberpfälzer Wünschewagens. Eventuell versprach er sich davon, die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Der Mann blieb auch bei seiner Geschichte, als eine Oberpfalz-Medien-Redakteurin auf ihn aufmerksam wurde und um ein Interview bat, weil seine Geschichte unterstützens- aber auch lesenswert wirkte.

Tatsächlich lasen den Beitrag über die bevorstehende Anschaffung mehrere tausend Menschen im Netz - darunter auch Verantwortliche vom ASB. Diese waren doch einigermaßen überrascht über die Anschaffungspläne ihres Verbandes, von denen sie selbst gar nichts wussten. "Als ich den Herrn anrief, ohne mich zu erkennen zu geben, hat er seine Geschichte erneut vorgetragen", erklärt Hertweck. Erst als sie sich als ASB-Mitarbeitern offenbarte, wurde er kleinlaut und versuchte sich auf ein Missverständnis hinauszureden. Das nahm ihn der ASB allerdings nicht ab. "Der Bundesverband hat sofort eine Abmahnung gegen den Spendensammler, beziehungsweise sein Unternehmen ausgesprochen", sagt Hertweck. Weitere Konsequenzen würden derzeit geprüft.

Wünsche aus der Oberpfalz übernimmt bis auf weiteres der gerade vorgestellte Wünschewagen Franken, erklärt Caterina Hertweck vom ASB-Franken. Ab Februar werde dieser zur Verfügung stehen. Ab dann müsse auch niemand Sorge haben, die Oberpfalz komme zu kurz. "Die Wünschewagen sind gut ausgelastet. Aber wir sind sehr bemüht, alle Wünsche zu erfüllen", sagt Hertweck. In der Regel seien die Wagen drei Tage die Woche im Einsatz, außerdem arbeite das "Wünschewagen-Team Franken" eng mit anderen Regionen zusammen, so dass Flexibilität gegeben ist. Ein eigener Wünschewagen Oberpfalz sei deshalb nicht nötig, versichert Hertweck.

Der ASB steht unterdessen vor dem Problem, dass aufgrund des Artikels eine Spende gezielt für den Oberpfälzer Wagen eingegangen ist. "Wir sind dabei, Kontakt zu dem Spender aufzunehmen", sagt Hertweck. Wenn er nicht auch für den fränkisch-oberpfälzischen Wünschewagen spenden will, werde der ASB das Geld zurückerstatten.

 
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