13.12.2019 - 15:25 Uhr
WeiherhammerDeutschland & Welt

Flachglas baut Werk mit 250 Mitarbeitern in Weiherhammer

Die Flachglas-Gruppe will ein neues Werk in Weiherhammer bauen. 250 Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Eine wichtige Entscheidung ist am Donnerstag gefallen. Die nächste soll am kommenden Dienstag folgen.

Das neue Flachglas-Werk soll direkt neben dem Floatwerk des Lieferanten NSG/Pilkington entstehen. Glastafeln können dann auf direktem Weg in die Weiterverarbeitung.
von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Für den Neubau eines Werks in Weiherhammer (Kreis Neustadt/WN) hat der Aufsichtsrat der Flachglas-Gruppe am Donnerstag endgültig grünes Licht gegeben. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit und stellte seine Pläne vor: Demnach soll bis 2022 auf einem 100.000 Quadratmeter großen Gelände der sechste Produktionsstandort für Spezialgläser entstehen. Das Werk, in das ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werde, liegt unmittelbar neben den Floatglas-Linien von NSG/Pilkington, einem wichtigen Lieferanten. Glastafeln können so in Zukunft auf kürzestem Weg in die Verarbeitung gelangen. "Schon in der frühen Planungsphase hat sich das Führungsteam intensiv mit der Standortfrage beschäftigt und sich bereits zu diesem Zeitpunkt klar für einen weiteren Standort in der nördlichen Oberpfalz ausgesprochen", heißt es in einer Erklärung.

Spatenstich soll im Sommer 2020 sein. Dann sollen in einem ersten Bauabschnitt Produktionsanlagen auf einer Fläche von 40.000 Quadratmetern entstehen. Die Produktionsflächen könnten später mit 80.000 Quadratmetern etwa der Größe der Anlagen am Stammsitz Wernberg-Köblitz (Kreis Schwandorf) entsprechen, erklärt Pressesprecher Walter Schoepf auf Nachfrage. Apropos: Wernberg-Köblitz solle erhalten bleiben. Schoepf weiß von Gerüchten, dass der Standort ersetzt würde. "Das Gegenteil ist der Fall." Am neuen Standort könne sich die Flachglas-Gruppe auf schnell auszuliefernde Produkte für den deutschen und europäischen Markt konzentrieren.

250 Arbeitsplätze

In Weiherhammer würden "zirka 250 Mitarbeiter ihren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten", heißt es weiter. Die Hälfte der Arbeitsplätze werde laut Schoepf neu entstehen, die anderen mit Mitarbeitern aus den Standorten Wernberg-Köblitz und Luhe-Wildenau besetzt. "Mit dem neuen Werk in Weiherhammer wird auch der Weg für die Neuausrichtung des Stammsitzes Wernberg-Köblitz frei. Hier wird sich die Flachglas-Gruppe künftig intensiver auf das internationale Objektgeschäft im Bereich Architektur und Transportation (Bahn- und Yachtverglasung) konzentrieren und dafür die Produktionsstrukturen modernisieren." Welche neuen Aufgaben auf den Standort Luhe-Wildenau zukommen könnten, sei noch nicht entschieden, erklärt Schoepf.

Die Neubaupläne bleiben lange unbestätigt

Weiherhammer

Die Neubaupläne beschäftigen das Unternehmen und die Gemeinde Weiherhammer schon länger. Im Herbst wurde bekannt, dass die artenschutzrechtliche Prüfung im Industriegebiet "Am Weberschlag" keine Hindernis darstellt. Am kommenden Dienstag entscheidet der Gemeinderat über den Bauantrag. Bürgermeister Ludwig Biller erwartet eine einstimmige Entscheidung, da die Fraktionen bisher schon hinter dem Projekt stünden. Danach hoffe er auf ein rasches Genehmigungsverfahren. Flachglas soll vor dem Ende der Winterpause ein gerodetes Gelände erhalten, um die Zeitpläne für den Bau einzuhalten. Weiherhammer ist Standort unter anderem von NSG/Pilkington und BHS Corrugated. "Wir sind Industriegemeinde", sagt Biller. "Das ist ein weiterer Schritt, der das unterstreicht. Ein starkes Plus für Weiherhammer."

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