24.06.2019 - 11:58 Uhr
WeiherhammerDeutschland & Welt

Kompletter Ver- und Entsorger für die Region

Wie schaffen Familienunternehmen aus der Region den Sprung ins digitale Zeitalter und den Generationenwechsel? Ein Besuch bei der Firma Bergler.

Die Geschwister Gerhard und Marion Bergler blicken optimistisch in die Zukunft.
von Externer BeitragProfil

Ihr Großvater gründete vor 70 Jahren eine Kohlenhandlung in Windischeschenbach; 1974 stieg ihr Vater Georg ein und baute den Betrieb zum kompletten Ver- und Entsorger mit Zentralsitz in Weiherhammer aus und in dritter Generation übernahmen 2013 schließlich die Kinder die Verantwortung: Gerhard (37) für den Energiemarkt sowie Marion (40) und Thomas (30) für Entsorgungswirtschaft und Recycling.

Die Zeichen stehen weiter auf organisches Wachstum. Inzwischen zählt die Bergler GmbH & CoKG mehr als 400 Mitarbeiter (inklusive Teilzeitkräfte). Von einem der beliebtesten Autohöfe Deutschlands in Neuhaus an der A 93 (2011) bis zum hochmodernen Recyclingcentrum in Bayreuth (2015) und einem dichten Tankstellennetz in der Region reicht die operative Bandbreite. Mehr als 100 Spezialfahrzeuge – Tank, Kanal, Straßenreinigung u. a. – rücken für die Kundenwünsche in der Ver- und Entsorgungs-Logistik aus.

Die Firma Bergler sieht sich heute vor allem als komplexer Dienstleister. „Service steht ganz oben. Wo sich die Konzerne, die nur auf Top-Renditen in Top-Lagen schauen, zurückziehen, gehen wir rein“, meint Gerhard Bergler etwa zum stetigen Ausbau des Tankstellen-Netzes mit den jüngsten Neugründungen in Bodenwöhr und Luhe-Wildenau. Es entstehen jeweils kleine „Nahversorgungszentrum“. Das Familienunternehmen Bergler setzt – trotz seiner beachtlichen Marktgröße – in ihrer Geschäftspolitik nach wie vor auf die „persönliche Ansprache“ und motivierte Mitarbeiter: „Wenn die Arbeit Freude bereitet, wird sie automatisch gut.“

„Strategisch auf Sicht fahren und im Wandel dabei sein“, kommentiert Gerhard Bergler den sich dramatisch wandelnden Energiesektor. Skeptisch beurteilt er das E-Auto, seine Hoffnungen ruhen eher auf Wasserstoff. „Wir dürfen nicht nur in eine Energie-Richtung denken. Man muss den Gesamtwirkungsgrad betrachten, also auch die Übertragungs- und Ladeverluste berücksichtigen.“ Schon heute sei die CO2-neutrale Herstellung von Kraftstoff zum Literpreis von rund 1,40 Euro möglich. Es mangle jedoch allein an fehlender Rechtssicherheit durch den Staat.

„Aktuell beschäftigt uns in der Entsorgungsbranche die Knappheit an Verbrennungskapazitäten in Müllverbrennungsanlagen wie beispielsweise Schwandorf“, erklärt Marion Bergler. Da der private Konsum sehr gut laufe und auch die Wirtschaft floriere, seien erhöhte Mengen am Markt: „Unsere Aufgabe ist es, für unsere Kunden sichere und zuverlässige Absatzwege für deren Gewerbeabfälle und sonstige Abfallströme zu finden. Aktuell gelingt uns dies. Auch wenn es mit deutlichen Preissteigerung verbunden ist.“ Die Familie Bergler sieht sich keinesfalls als Monopolist. „Gemessen an den drei marktbeherrschenden Unternehmen der Entsorgungswirtschaft sind wir lediglich ein kleiner Betrieb“, sagt Marion Bergler bescheiden.

Ein weiteres Beispiel: Oberfalz-Medien

Weiden in der Oberpfalz
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