16.06.2020 - 11:58 Uhr
WiesauDeutschland & Welt

Bahn informiert über Elektrifizierung: Bürgerdialog nur online

Die Bahn beginnt mit der Elektrifizierung der Bahnstrecken in Nordostbayern. Dazu sind in den nächsten Tagen Informationsveranstaltungen für Bürger angesetzt - aufgrund der Corona-Pandemie allerdings nur online.

Der Bau von Oberleitungen (hier am Bahnhof in Dortmund) ist ein zentraler Bestandteil der geplanten Elektrifizierung nordostbayerischer Bahnstrecken.
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Die Online-Infoabende starten am Dienstag, 16. Juni, um 18 Uhr für den Abschnitt Immenreuth bis Schirnding (ohne Marktredwitz). Am Mittwoch, 17. Juni, 18 Uhr, können sich Bürger über den Bahnausbau zwischen Wiesau, Windischeschenbach, Altenstadt/WN und Weiden bis Luhe informieren. Am Dienstag, 23. Juni, 18 Uhr beginnt die Infoveranstaltung für die Strecke von Irrenlohe über Amberg bis Ottensoos. Am Dienstag, 30. Juni, 18 Uhr, wird der Bahnausbau und die Bahnstromversorgung zwischen Wernberg, Schwandorf und Regensburg erläutert.

Drei Bahnstrecken in Nordostbayern sind betroffen. Sie sollen elektrifiziert werden. Sprich: Hier werden Oberleitungen gebaut.

"Fragebox" für Anliegen

Interessierte können sich über www.bahnausbau-nordostbayern.de einloggen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Die Teilnahme ist laut Bahn an jedem Gerät mit Zugang zum Internet möglich. Im ersten Teil informieren die Projektleiter über den Streckenausbau, in einem zweiten Part über die konkreten Abschnitte. Dann kommen die Bürger "zu Wort": Sie können in eine Fragebox ihre Fragen tippen, die nach Möglichkeit live beantwortet werden.

Wer möchte, kann sich in einem "Online-Rundgang" vorab virtuell über den Ausbau informieren. Matthias Trykowski, Leiter Bahnausbau Nordostbayern, wird dabei nicht müde, die Vorteile der Elektrifizierung für den Bürger zu betonen. Derzeit suche man elektrische Züge auf den Strecken Nordostbayerns vergebens. Dafür verkehren "Hunderte von Dieselzügen täglich". Trykowski: "Das ist nicht gut fürs Klima, und auch nicht gut für die Menschen." Erst mit dem Bau von Oberleitungen sei moderner Güter- und Fernverkehr möglich.

Eine der größten Ängste der Anwohner betrifft den Schallschutz, da die Elektrifizierung ja gerade den Güterverkehr aufs Gleis bringen soll. Horst Leißner ist Projektleiter für den Abschnitt von Marktredwitz nach Regensburg. Man stehe für diesen 180 Kilometer langen Teilabschnitt des "Ostkorridors" noch ganz am Anfang. Aber schon bei den Vorplanungen (Beginn 2021) für seinen Abschnitt werde ermittelt, wo Schallschutzwände nötig werden. Ab einem Anstieg von 60 Dezibel in der Nacht besteht ein Anspruch auf Lärmschutz. Weitere bauliche Maßnahmen betreffen die Ertüchtigung von Brücken, digitale Stellwerkstechnik und Anpassungen in den Bahnhöfen.

Unterschiedliche Planungsstände

Für die "Franken-Sachsen-Magistrale", die von Schirnding über Marktredwitz, Waldershof und Immenreuth nach Nürnberg führt, soll die Vorplanung Ende 2020 abgeschlossen sein. Noch keinen Planungsauftrag des Bundes gibt es für den 160 Kilometer langen Abschnitt Nürnberg-Furth der "Metropolenbahn", die in Prag endet. Die Strecke führt durch Sulzbach-Rosenberg, Amberg, Schwandorf und Bodenwöhr.

Abgeordneter Oetzinger ist für die Elektrifizierung der Strecke

Weiden in der Oberpfalz

Bürger fordern seit Jahren, den Lärmschutz nicht zu vernachlässigen

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.