Einen besseren Auftrag hätte sich die 32-Jährige nicht wünschen können. Mit dem Dreh zu "Sea Legacy" kann sie gleich mehrere Leidenschaften verbinden: Schauspiel, ihr Engagement für die Umwelt und eine Reise auf die Azoren. Die Produktionsfirma Elfenholz Film hat einen Werbespot für die Umwelt- und Tierschutzorganisation SeaLegacy gedreht - und mit Baumer in einer Rolle besetzt. Der Spot wird gerade bearbeitet, geht anschließend auf Festivaltour und wird später auch auf Social-Media-Kanälen wie Youtube verbreitet.
Regie führte Nancy Camaldo. In ihren Filmen "Haut", "Grossvater's Nüsse" und "Fiesta Mexikana" hat Baumer bereits mitgespielt. Die gebürtige Oberpfälzerin wurde aber vor allem aus einem anderen Grund besetzt, wie sie selbst sagt: "Es wurde jemand gesucht, der sich für die Umwelt einsetzt und dies auch privat vertritt." Die Mutter der 32-Jährigen war im Bund Naturschutz, als Christina Baumer noch ein kleines Mädchen war. Die Schauspielerin half in jungen Jahren Kröten über die Straße zu tragen und Müll im Wald aufzusammeln. "Außerdem hatten wir immer Tiere zu Hause. Das hat mich nachhaltig geprägt und ich lebe seit Jahren vegetarisch, eine Zeitlang sogar vegan."
Spot ein Herzensprojekt
Zudem versuche sie sich gerade in der "#nowaste"-Bewegung. Sie will so viel Müll und vor allem Plastik vermeiden wie möglich. "Ich finde, wenn man allein sieht, dass es im Nordpazifik einen Müllstrudel gibt, der so groß wie Mitteleuropa ist, kann man in der heutigen Zeit nicht mehr nicht für die Umwelt sein." Für Baumer ist der Spot ein Herzensprojekt. Perfekt, wenn er dazu noch auf traumhafte Inseln geht. Von den insgesamt 14 Drehtagen war Baumer bei acht dabei - drei Tage im Grünwalder Forst in München und fünf Tage auf den Azoren.
"Der Dreh war sehr spaßig, aber natürlich auch anstrengend", verrät die 32-Jährige. "Am ersten Tag auf dem Schiff gab es starken Wellengang und mir war sehr schlecht." Alles in allem resümiert Baumer aber: "Die Reise war ein Traum. Es ist alles bezahlt worden und wir waren quasi fünf Tage hintereinander mit dem Boot auf dem Meer." Das Team habe Delfine gefilmt und sogar einen Pottwal vor die Linse bekommen. Drehs, von denen viele Schauspieler träumen.
"Miss Lerberkäs"
Ohnehin läuft die Karriere von Baumer gerade ziemlich gut. Sie hat mittlerweile einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Aufmerksamkeit erregte sie mit ihrem Auftritt im Münchener "Tatort: Hardcore", in dem sie die Hüllen fallen ließ. Die "Welt am Sonntag" hat in Anspielung auf ihre Kabarett-Auftritte ein Porträt mit dem Titel "Miss Leberkäs" veröffentlicht. Vor allem ihre markanten roten Haare und ihr wenig glattgebügeltes Schauspiel bleibt in Erinnerung. In den kommenden Wochen ist sie in unterschiedlichen Produktionen zu sehen (siehe Infokasten). Kurzum: "Vor fünf Jahren hätte ich das alles niemals gedacht." Nun spielt sie an der Seite von so bekannten Darstellern wie Christian Tramitz, Udo Wachtveitl oder Miroslav Nemec.
Dabei hatte sie ihre Karriere vor allem im Theater- und Kabarett-Bereich gestartet. Nach ihrem Schauspiel-Studium an der Akademie für Darstellende Kunst Bayern in Regensburg tourte sie mit dem selbstproduzierten Kabarett "Die Kellnerin Anni" umher, das mittlerweile einen hohen Bekanntheitswert hat. Baumer führte für Kindertheaterstücke Regie und ist seit 2016 als Chris und Tina mit dem Programm "Zum Fressen gern!" unterwegs.
Vor kurzem hat sie ihren ersten eigenen Film produziert: "Frau Schuller". Ein knapp sechsminütiger Streifen, der durch seine außergewöhnlichen Charaktere und die einzigartige Stimmung überzeugt, die der Film vermittelt. Im Gespräch verrät sie: "Ich wollte eigentlich nur eine Szene für mein Showreel (eine Art Arbeitsprobe, Anm. d. Red.) drehen. Aber irgendwann ist der Text so lang geworden, dass wir gleich gesagt haben, jetzt machen wir halt einen Film." Ein Projekt, das viel Zeit und Arbeit in Anspruch nahm. Baumer holte sich Dennis Mirza als Drehbuchautor, Regisseur sowie Schnittmeister und Oliver Scheffel als weiteren Schauspieler. "Gerade wenn man nicht so viel Geld hat, muss man alles gut planen und Leute finden, die auch Material und Erfahrung haben."
Dreh in der Bücherei
Am allerschwersten sei es gewesen, eine Bibliothek ausfindig zu machen, die Baumer drehen ließ. "Die Stadt München hat mir leider gleich zu Beginn standardmäßig für alle Stadtteilbibliotheken abgesagt. Zum Glück fanden wir eine Woche vor Dreh noch die Gemeindebücherei Gauting, die uns drehen ließ." Letztlich hat von der Teamsuche über das Zusammenstellen der Requisiten, dem Drehplan schreiben und Komparsen suchen alles geklappt.
Finanziert hat Baumer den Kurzfilm selbst. Alles in allem kostete der Dreh 1500 Euro. Sie bezahlte das aus eigener Tasche. Das hat sich gelohnt, denn der Film war bereits auf dem Cluj-Filmfestival in Rumänien zu sehen, das größte Comedy-Festival Europas. Auch auf Youtube ist der Kurzfilm verfügbar. Es läuft prima in der Karriere der Schauspielerin, Produzentin, Autorin und Regisseurin mit den markanten roten Haaren.
Mehr über Christina Baumer gibt es auf unserer Themenseite.
Die gebürtige Wiesauerin Christina Baumer ist in den kommenden Wochen in einigen Produktionen zu sehen: Am 3. Dezember um 20.15 Uhr im ZDF. In "Du bist nicht allein" (Regie Johannes Fabrick) spielt sie die Polizeibeamtin Doris. Am 9. Januar startet in der ARD die neue Staffel von "Hubert ohne Staller", dort übernimmt die Oberpfälzerin in einer Episode die Hauptrolle als Liesl Wolpert. Wann genau die Folge mit Baumer ausgestrahlt wird, ist aber noch unklar. Am 19. Januar strahlt das ZDF eine Folge von "Dr. Klein" aus, in der Baumer die Schwangere Eva Müller mimt. Am 25. Januar startet auf Sky "Der Pass". "Dort hatte ich eine kleine, aber feine Rolle", sagt die 32-Jährige. Mehr dürfe sich aber noch nicht verraten.
















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