29.07.2020 - 17:43 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Zum Wintersemester: Mischbetrieb an bayerischen Hochschulen

Bayerns Hochschulen öffnen sich zum Wintersemester wieder für die Studierenden. Wissenschaftsminister Sibler (CSU) peilt einen fifty-fifty Mischbetrieb aus Präsenz- und Online-Lehre an.

Bayerische Studenten kehren zum Wintersemester wieder an die Hochschulen zurück.
von Jürgen UmlauftProfil

An den bayerischen Hochschulen soll es im kommenden Wintersemester wieder deutlich mehr Präsenzveranstaltungen geben. Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) geht davon aus, dass nur noch rund die Hälfte der Lehrangebote in digitaler Form abgehalten wird, sollte es das Infektionsgeschehen im Herbst zulassen. Im zurückliegenden Sommersemester waren es rund 90 Prozent. Vor allem die großen Vorlesungen sollen weiter online stattfinden, Seminare und Übungen mit weniger Teilnehmern dagegen im Präsenzbetrieb. "Wir kehren damit zu einem Stück Normalität an den Hochschulen zurück", sagte Sibler vor der Presse in München.

Wegen des weiter nötigen Gesundheitsschutzes gelten für die Präsenzveranstaltungen allerdings besondere Regeln. Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 200 Personen, wenn dabei ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, müssen die Daten aller Teilnehmer nach den Maßgaben des Datenschutzes dokumentiert werden. Außerhalb der Lehrsäle gilt eine Maskenpflicht. Von den Rahmenbedingungen, die die einzelnen Hochschulen nun individuell ausgestalten müssen, erhofft sich Sibler wieder "mehr Miteinander vor Ort, mehr Diskurs und mehr wissenschaftlichen Austausch".

Sollte es im Herbst deutlich mehr Corona-Fallzahlen geben als derzeit, soll der im Sommersemester eingeführte digitale Betrieb fortgesetzt werden. Dafür seien die Hochschulen inzwischen "technisch und fachlich gut gerüstet", erklärte Sibler. Das Corona-Sommersemester habe für einen enormen Schub in Richtung digitale Lehre gesorgt, diese Errungenschaften wolle man beibehalten. "Ich will mehr Präsenz, aber auch gut vorbereitet sein für eine mögliche weitere Welle", sagte er. Für die Studierenden sollen sich in diesem Szenario keine Nachteile ergeben.

Hier lesen Sie, wie die OTH Amberg-Weiden für das Wintersemester plant

Amberg
Info:

Veränderte Vorlesungszeiten zum Wintersemester

An den Universitäten beginnt der Betrieb in diesem Jahr erst am 2. November, also zwei Wochen später als üblich, und dauert bis zum 26. Februar 2021. Bei zügiger Stoffvermittlung können die Universitäten das Semester um zwei Wochen verkürzen. Ausnahme sind die höheren Fachsemester in Humanmedizin, Molekularer Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie. Hier können die einzelnen Unis abweichend eine Vorlesungszeit vom 15. Oktober bis zum 5. Februar beschließen.

An den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen wird die Vorlesungszeit wie üblich vom 1. Oktober bis zum 25. Januar dauern. Eine Ausnahme bilden die Erstsemester in zulassungsbeschränkten Studiengängen, die bundesweit zentral vergeben werden. Für sie starten die Vorlesungen erst am 2. November und enden am 19. Februar. Auch hier können die Hochschulen den Vorlesungszeitraum verkürzen, und zwar um bis zu vier Wochen.

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